Die 3 besten Tricks, wie du dein Gedankenkarussell stoppen kannst

Aug 31, 2018 | 0 Kommentare

Es ist schon zum Wahnsinnigwerden. Immer wieder dreht sich alles in deinem Kopf im Kreis. Das Gedankenkarussell begleitet dich beim Einschlafen, behindert dich beim Durchschlafen und ist sofort als erstes wieder da, wenn du aufwachst.

„Wie soll nur meine Zukunft werden?“

„Wie konnte ich mich nur auf diesen Mann je einlassen?“

„Was stimmt nicht mit mir?“

„Ich hätte nie gedacht, dass der Mann so böse ist. Was wird ihm heute Abend einfallen, wenn er mir das Kind zurückbringt?“

„Die Verfahrensbeiständin ist schon jetzt auf der Seite des Vaters. Was mache ich, wenn sie dafür ist, unserer 4jährigen Leni das Wechselmodell zu verordnen? Welche Chancen habe ich überhaupt noch, das abzuwenden?“

„Wie soll ich diese Zeit je überstehen können?“

„Was soll ich nur machen – meine Anwältin ist nicht wirklich gut, ich kann doch jetzt nicht wechseln?“

„Woher nehme ich nur das ganze Geld für die Rechnungen, die gerade anstehen?“

„Was wird nur aus meinem Kind – wie kann ich es überhaupt schützen?“

Welcher Gedanke ist es bei dir?

Du kannst dich tagsüber kaum auf deinen Job konzentrieren. Jetzt bloß nicht auch noch dieser Kelch! Der Chef guckt bereits genervt, und die Kolleginnen machen mittlerweile einen großen Bogen um dich herum, weil du kaum noch ansprechbar bist, geschweige denn mal mitlachen kannst.

Du ahnst es – da lauert noch größeres Unheil auf dich.

Und doch fühlst du dich wie gelähmt. Du siehst die Schlange und hockst da wie paralysiert, als ob du unfähig wärst, auch nur einen Schritt nach vorne zu gehen.

Oder du hast eher das Gefühl, du funktionierst nur noch. Wie ein Roboter, der morgens mit dem Wecker angeschaltet und erst abends wieder ausgeschaltet wird. Ohne Zeit dazwischen, dich mal hinzusetzen und in dich hineinzuhorchen.

Gedankenkarusselle sind für uns Mütter mit toxischen Ex-Partnern ein großes Thema

Gerade wenn wir in einer Krise stecken, in der wir uns hilflos den Mächten von Anderen ausgesetzt sehen:

  • Zum Beispiel dem Ex und nach wie vor seinen Launen. Die er wahlweise in diversen heftigen Emails, bei der Kindübergabe oder bei Gericht deutlich zum Ausdruck bringt.
  • Dem Richter, der keine Ahnung hat, welche Show der Ex gerade abzieht.
  • Dem Verfahrensbeistand deines Kindes, der als – was war der noch gleich? Mineraloge? – Rechtsanwalt des Kindes agiert aber doch eher der zweite Fürsprecher für den Vater ist.
  • Der Stadt oder der Gemeinde, die nicht in der Lage ist, bezahlbaren Wohnraum für dich und das Kind zur Verfügung zu stellen.

Die Liste scheint endlos.

Dabei weißt du selbst so gut, dass es eigentlich für deine Situation eine Lösung geben muss. Nur sie will dir ums Verrecken nicht einfallen. Und wenn du noch so fieberhaft danach suchst.

Und weiter gehts mit dem Gedankenkarussell.

Wie du das Gedankenkarussell stoppen kannst

Meine Liebe, eins wird dir mittlerweile schon klar geworden sein – solange du die Gedanken von einer Hirnecke in die andere schiebst bzw. umwälzt, passiert gar nix. Du findest weder eine pfiffige, intelligente Lösung noch beruhigt dich das.

Ganz im Gegenteil.

Dadurch, dass du die Gedanken ständig im Kreis herumwälzt, passiert nur eins: Du walzt die Nervenbahnen weiter aus, die dich nicht weiterbringen, sondern die dich vielmehr in dem toxischen Kreislauf behalten.

Dein Fokus bleibt konstant auf dem Schlechten, was gerade in deinem Leben passiert.

Und dieser Fokus wird gut trainiert: Hach, ein Knüllchen! Na klar – das hat noch gefehlt! Ein kurzer, heftiger Dialog mit einer Kassiererin – notiert! Die Aufgabe, die du noch heute erledigen solltest – fehlerhaft. Check!

Deine ganze Wahrnehmung kreist nur noch darum, wie mies es gerade für dich läuft.

Bist du bereit für eine unangenehme Wahrheit? Bei aller Liebe: du bist damit selbst die Einzige, die das Gedankenkarussell in Fahrt hält.

Aber weil das so ist, hast du auch die Macht, den Stopp-Knopf zu drücken.

Und zwar mit diesen 3 Tricks, die ich dir in diesem Artikel andienen möchte:

Trick Nummer 1: Das Braindumping

Es hat ja einen Grund, weshalb es dir derzeit nicht gut geht. Deine Seele schickt dir ganz viele Signale, sie befeuert dein Bewusstsein: „Schau hin! Tu etwas!“

Nimm also ganz bewusst wahr, was sie dir sagen will. Gehe in eine innige Kommunikation mit ihr.

Das geht am besten handschriftlich.

Nimm dir einen Timer uns stelle ihn auf 30 Minuten ein. In diesen 30 Minuten schreibst du einfach mal alles runter, was dir gerade durch den Kopf geht.

Stift aufs Papier und los ohne abzusetzen bis es klingelt.

Kein Durchstreichen, Korrigieren, Umschreiben. Das soll kein anderer Mensch je lesen müssen. Es geht nicht ums Erklären, ums Informieren – es geht rein ums Zuhören deiner Gedanken, so wirr wie sie gerade sein mögen. Dadurch, dass du sie aufschreibst, nimmst du sie wahr.

Es kann gut sein, dass du ganz neue Erkenntnisse und Ideen dabei gewinnst. Die schreibst du auch gleich mit auf. Jeder flüchtige Gedanke, der durch den Kopf schwebt – zack! Aufgeschrieben!

Das Braindumping eignet sich gut, wenn gerade ganz besonders große innere Verwirrung herrscht und du keinen klaren Gedanken mehr fassen kannst und ist mein persönliches Notfall-Tool, wenn mich selbst etwas oder jemand aus der Bahn wirft (kommt auch bei den besten Coaches hin und wieder mal vor!).

Schriftsteller kennen dieses Gedankenaufschreiben übrigens unter dem Begriff „Morgenseiten schreiben“ nach Julia Cameron und lösen damit Kreativitätsblockaden auf.

 

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Trick Nummer 2: Führe ein Dankbarkeits- und Erfolgsjournal

Ein Must-Do in meinen Coachings. Definitiv nicht verhandelbar. Nenn mich zu streng – bitte sehr.

Wenn du eine neue, positive Autobahn in deinem neuronalen Netz bauen willst, ist das der Asphalt, den du dafür brauchst!

Schreibe ab sofort einmal am Tag zu einer festen Zeit drei Dinge auf, für die du dankbar bist sowie drei Erfolge, die du für dich verbuchen kannst.

Lenke den Fokus auf das, was läuft.

Denn auch in der größten, schwierigsten Lebenskrise gibt es schöne Dinge, gute Situationen und ermutigende Begegnungen, die dir widerfahren. Jede Wette!

Diese guten Situationen kann im Moment dein auf Stress und Ärger geschultes Hirn allerdings gar nicht wahrnehmen, da es noch nicht darauf trainiert wurde.

Aber das ändert sich ja jetzt, denn du fängst zB. an zu notieren:

  • Die vom Chef übertragene Aufgabe ist vielleicht fehlerhaft, aber du hast die Deadline trotz Korrektur noch einhalten können? Check!
  • Das Auto musste in die Werkstatt, aber die Rechnung fiel geringer aus als befürchtet? Check!
  • Der Mann an der Ampel neben dir hat dich angelächelt? Check!
  • Der KV hat einmal nix Biestiges bei der Kindübergabe von sich gegeben? Check!
  • Dein Kind hat einen neuen Witz im Kiga gelernt und Ihr habt mal wieder so richtig herzlich und laut gelacht? Check!

Ja, selbst wenn es noch so klein ist und du jetzt nur müde lächeln magst. In der großen Krise kommst du auch mit Babyschritten näher ans Licht.

Gewöhne dir hier wirklich ein festes Ritual an. Eine bestimmte Uhrzeit, jeden Tag. Mich kostet es morgens vor der Arbeit maximal 10 Minuten.

Trick Nummer 3: Setze dir jede Woche ein Ziel, was dich selbst weiter in Richtung Stärke bringt

Überlege dir montags eine Sache, auf die du die Woche achten möchtest, und die deinem Selbstwertgefühl guttut. Zum Beispiel:

  • Diese Woche möchte ich meinen Kindern gegenüber nicht laut werden
  • Diese Woche lese ich Artikel oder ein Fachbuch oder schaue mir ein Youtube-Video zu einem Thema an, was mich im Job weiterbringt.
  • Diese Woche treffe ich mich – real oder virtuell oder telefonisch – mit einer guten, positiven Freundin oder Bekannten
  • Diese Woche schaue ich mir im Fernsehen nur Sendungen an, die mich fröhlich machen und nicht runterziehen werden. Wenn es nichts Entsprechendes gibt, bleibt die Kiste aus.
  • Diese Woche werde ich auf keine biestige Email vom Ex mehr reagieren.
  • Oder du schaust, welche Idee aus der Braindump-Methode oben in Erscheinung getreten ist, die du diese Woche umsetzen könntest.

Hol dir eine Reminder-App auf dein Handy und lass dich dann täglich (oder auch stündlich) erinnern, damit du bei deinem Vorhaben bleibst.

Zusammenfassung

Werden dir diese Tricks dabei helfen, alle deine aktuellen Probleme zu lösen? Nein. Zumindest nicht unmittelbar.

Werden sie dir dagegen helfen, das Gedankenkarussell zu stoppen? Aber sowas von!

Sie haben auch zusätzlich den Vorteil, dass du dich wieder als Macherin erlebst.

Du kannst die Anderen in deinem Umfeld nicht ändern. Nicht den Ex. Nicht den Richter. Nicht den VB.

Nur dich selbst.

Du musst dabei nicht deine Persönlichkeit verändern, sondern „nur“ deine Wahrnehmung. Dass das nicht von heute auf morgen geht – du hast den negativen Fokus schließlich schon jahrelang trainiert – sollte klar sein.

Aber es wird dich überraschen, wie schnell sich die positiven Effekte einstellen, wenn du mal anfängst und das eine Weile durchziehst.

Ja, Arbeit ist auch damit verbunden. Aber nicht schwere, körperliche Arbeit wie beispielsweise das Entrümpeln der Wohnung (was ebenfalls guttut, keine Frage), sondern Seelenarbeit.

Nicht das Schlechteste, übrigens. Netter Nebeneffekt: Die Angst kriegst du damit zusätzlich in den Griff.

Wie siehst du das? Hast du mit diesen Tricks schon gearbeitet? Ich freue mich auf deinen Kommentar weiter unten. Oder du kommst gleich in meine FB-Gruppe der Starken Mütter, die alle schon mal mit dem einen oder anderen Gedankenkarussell zu kämpfen hatten und die dir sicherlich helfen können.

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