Wie du dich als Mutter bei Gericht nicht mehr unterbuttern lässt

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Ich finde es teilweise schon ziemlich unverschämt, was sich Fremde herausnehmen, wenn sie eine Mutter beurteilen. Vor allem im Familiengerichtsverfahren.

In dem Moment, wenn eine Mutter eine Entscheidung zu treffen hat, ob sie aus der toxischen Beziehung aussteigen soll oder nicht, trifft sich eine Entscheidung für sich als Frau und Mensch.

Mit ihrer Entscheidung zu gehen sagt sie: „Ich habe ein besseres Leben verdient als das. Ich will mich nicht mehr so behandeln lassen. Ich will mit einem so bösen Menschen nicht mehr zusammen sein.“

Und diese Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen – nicht nur auf ihren toxischen Ex, der ja mit seinem Verhalten die darauffolgende Entwicklung seines Lebens mit heraufbeschworen hat – sondern vor allem auf ihr Kind, welches am unschuldigsten und am schutzbedürftigsten ist.

Glauben die Fremden da draußen etwa, dass sich eine empathische Mutter, die bislang in einer toxischen Beziehung steckte, dieser Tatsache nicht bewusst ist?

Dass sie nicht monate- wenn nicht gar jahrelang mit dem finalen Schritt gewartet hat, um ihr Kind zu schützen und doch noch etwas mehr zu geben und alles auszuprobieren, um diese unsägliche Beziehung zu retten oder am Leben zu erhalten, bis ihre Seele nur noch Stop! rufen konnte, weil sie längst die erträglichen inneren Grenzen immer wieder dabei missachtet hat?

So. Und jetzt kommen Jugendamtsmitarbeiter, Verfahrensbeistände, Umgangspfleger, Gutachter, Richter und nicht zuletzt auch Erzieher und Lehrer daher und bewerten im Laufe der aufreibenden Trennungs- und Gerichtsverfahrenszeit das Verhalten der Mutter.

Vorzugsweise eher zu kritisch als zu wohlwollend.

Mit Argusaugen werden ihre Interaktionen mit dem Kind beobachtet.

Hat der Kindsvater vorher bereits Gespräche geführt oder Schriftsätze verfasst, in denen er die Mutter als überbehütend bezeichnet hat, dann wird mit dieser Brille drauf geschaut.

Liebevoll und warmherzig sollte sie schon sein. Aber nicht zu liebevoll und warmherzig – denn dann ist sie gluckig und kann ihr Kind nicht loslassen.

 

Was eine Mutter mit kleinen Kindern in dieser Zeit leistet ist einfach unvorstellbar

Sie weiß, dass der Kindsvater unverantwortlich ist und muss ihm das tapsige Kleinkind überlassen.

Sie weiß, dass der Kindsvater das Kind unsäglich manipuliert und emotional überfordert und doch muss sie das Kind in den Umgang geben obwohl sie weiß, dass sie danach mindestens zwei Tage braucht, bis das Kind wieder richtig daheim angekommen ist.

Sie erlebt, wie ihr Vierjähriger schon am Vorabend im Bett sagt, dass er nicht zum Papa will und sich am nächsten Morgen vor dem Kiga an ihr Bein klammert, weil er weiß, dass der Papa ihn von dort abholen wird.

Sie bekommt mit, wie ihr 8jähriger am Handy Spiele mit dem Vater spielt, die erst für 14jährige geeignet sind.

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Umgang muss sein

Das verstehen die Mütter ja auch.

Und in den meisten Fällen wünschen sich die Frauen, dass ihr Kind mit einem Vater aufwächst und es gerne hingeht

Aber was, wenn es nicht gerne hingeht? Wenn es vollkommen außer Rand und Band ist? Oder gar anfängt, sich zu verschließen und gar nichts mehr sagt? Wenn es weint, gar Panik hat

Dann ist in erster Linie das Verhalten der Mutter im Visier.

Unternimmt sie genug, um dem Kind den Aufenthalt beim Vater schmackhaft zu machen? Redet sie ihm gut zu? Erzählt sie auch ja nicht, dass der Vater wieder eine miese Email geschrieben hat? Versucht sie alles zu vermeiden, was das Kind in den Loyalitätskonflikt bringen könnte? Besteht sie darauf, dass das Kind in den Umgang geht – auch zur Not mit unverrückbarer Festigkeit, wenn nicht sogar einer gebotenen Strenge?

Wehe, wenn nicht. Jeder noch so kleine Fehler der Mutter wird erbarmungslos bewertet und kritisiert.

Mit ist ein Fall bekannt, in dem ein Verfahrensbeistand in einer Stellungnahme sogar geschrieben hat, dass der Kindeswille auch zu brechen sei.

Da breche ich aber gleich.

Sweetheart, das geht nicht!

 

Wenn du so etwas erlebst, dann musst du aufstehen

Ich weiß, wenn du aus einer toxischen Beziehung kommst, dann ist die Wahrscheinlichkeit verdammt hoch, dass du eine Frau bist, die dazu erzogen wurde, eher zu brav und zu artig allen gefallen zu wollen und lieb zu sein.

Spätestens jetzt ist es an der Zeit, dass du dieses alte Erziehungsmuster ablegen und dir darüber klar werden musst, dass wenn du das nicht tust, du deinem Kind – und dir! – einen Bärendienst erweist.

Du bist die Mutter.

Du bist diejenige, die ihr Kind in- und auswendig kennt. Die es Tag und Nacht erlebt.

Die bemerkt, welche Persönlichkeit sich vor ihren Augen entwickelt.

Welche Stärken und Animositäten ihr Kind entwickelt.

Wie feinfühlig oder robust es reagiert. Was es sich wünscht und auch, womit es überfordert ist.

Du weißt, wie dein Kind vor den Umgängen ist und wie danach. Das siehst, hörst und bekommst du sogar leibhaftig mit (boxt dich dein Kind auch grün und blau vor Wut?).

Du verstehst. Fühlst mit. Weißt, woher es kommt.

Jede Faser deines Herzens möchte es dem Kind erklären – aber das geht nicht, dafür ist es noch zu klein.

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Wie erklärt man einem kleinen Kind, was tief in sich spürt, dass da etwas nicht stimmt in seinem Leben, dass es da durch muss?

Jetzt kommt z.B. ein Verfahrensbeistand oder gar ein Gutachter daher, unterhält sich eine halbe Stunde mit dem Kind und erdreistet sich, beurteilen zu können, was du als Mutter zu tun oder zu lassen hast? Dass er besser als du weiß, was dein Kind in dieser Situation braucht?

Klar, das ist sein Job. Ein Gutachter hat den Auftrag bekommen, dich als Mutter (deine Erziehungsfähigkeit) und damit auch deine Beziehung zum Kind zu beurteilen. Und ein Verfahrensbeistand macht das sogar on top, obwohl es nicht sein Auftrag ist.

In dem Moment, in dem es vor Gericht geht, reden eine Menge fremder Leute mit.

So ist das nun mal, wenn man wichtige Entscheidungen, die für das Kind maßgeblich sind, von Fremden treffen lassen muss, weil man mit einem toxischen Kindsvater nun mal keinen Ex-Partner an der Seite hat, der das Wohl des Kindes im Blick behält sondern hauptsächlich sein verletztes Ego und sein Geldsäckel.

Was heißt das für dich?

Ja, auch wenn es sich um „Experten“ handelt und du dich nicht mit ihnen auf einer Stufe fühlst:

Du bist die beste Expertin, was dein Kind und seine Interessen angeht! Lass dir das nicht in Abrede stellen!

Kein Fremder kann dir das, was du als Wahrheit und richtig für dein Kind empfindest, wegnehmen und kleinreden.

Lass das nicht zu.

Das heißt jetzt nicht, dass du zur Kratzbürste werden musst oder sturköpfig keinerlei Impulse mehr annehmen sollst, die deinem Kind und letztlich auch dir dabei helfen können, durch diese extreme Phase besser durchzusegeln.

Aber wenn du einen unmöglichen Satz im Gericht zu hören bekommst, der vor Anmaßung und Abwertung deines Mutterwissens nur so trotzt, dann darfst du schon aufstehen, denjenigen klar ansehen und deine Haltung kraftvoll zum Ausdruck bringen!

Zum Beispiel:

„Danke für Ihre Meinung. Mit Verlaub – ich begleite mein Kind jetzt bereits vier Jahre, und ich darf Ihnen versichern, dass ich sehr gut beurteilen kann, wie es sich fühlt und dass es aktuell mit der Situation überfordert ist.“

Du bist die Mutter, Sweetheart. Du bist der empathische Leuchtturm – nicht nur für dein Kind, sondern für alle Beteiligten in deinem Verfahren.

Zeig es ihnen, indem du leuchtest.

Und nicht, indem du dein Licht unter dem Scheffel stellst, dich verkriechst und dich klein fühlst, weil alle es so behaupten!

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem du dich von den alten Glaubenssätzen rund um deine Rolle als Frau befreien musst.

Jetzt ist es soweit.

 

Hast du dich selbst schon bei Gericht erlebt, wie du dich überwinden und als Mutter klar positionieren konntest? Lass es uns in den Kommentaren wissen und die anderen Mütter inspirieren! Danke schön!

 

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