Wenn du zusehen musst, wie dein Kind einen riesengroßen Fehler macht

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Neuerdings gibt es in den Familiengerichten die Maßgabe, dass das betroffene Kind in einem Sorgerechtsstreit angehört wird und der damit bekundete Kindeswille entsprechend im Beschluss ein hohes Gewicht bekommt.

Da wird uns Müttern mit einem toxischen Ex angst und bange, da wir wissen, wie sehr der Kindeswille vom toxisch-narzisstischen Kindsvater beeinflusst wird.

Wie können wir unsere Kinder davor beschützen, jetzt einen kapitalen, lebensverändernden Fehler zu machen, wenn sie vor Gericht ihre Wünsche äußern?

Wir können ihnen ja schließlich nicht erklären, welches Ausmaß das nehmen könnte, ohne selbst in die Manipulationskiste zu greifen und das Kind noch weiter in den Loyalitätskonflikt zu treiben!

Was kannst du also tun?

 

Früher konnten wir unsere Kinder leichter vor Fehlern beschützen

Damals, als dein Kleinkind mit unsicheren Beinen durch das Wohnzimmer gewackelt ist und  du sehen konntest, wie es leicht in Schräglage kam – zack! – warst du da und hast es aufgefangen, bevor es vornüber gekippt und sich den Kopf angeschlagen hat.

Du hattest in dieser Zeit sämtliche Alarmsysteme in Habacht-Stellung. Du hast alles abgepolstert, was ging, sichertest Kabel, Steckdosen, Türen und Fenster.

Mit dem Alter – und damit der wachsenden Bewegungssicherheit des Kindes – bist du aus dieser Habachtstellung nach und nach herausgewachsen.

Du vertrautest deinem Kind einfach, dass es nicht mehr vornüberkippen wird, an den Kabeln reißen oder mit dem Finger in die Steckdose fasst.

Du hast gelernt, nach und nach loszulassen.

Dein Kind fing irgendwann mal an, auf Mauervorsprünge oder auf Bäume zu klettern. Du hast es dabei beobachtet, wie es mal runterfällt – sich aber Gottseidank nichts dabei tat – aber beherzt wieder hinaufkletterte und mehr und mehr Übung dadurch bekam.

Das Kind wurde sicherer. Und somit du auch.

Puuuh. Wieder eine Phase geschafft!

So ging es immer weiter. Das Kind lernte noch Schwimmen, Fußball oder Skifahren oder Klettern im Berg.

Mal ging alles gut, mal holte es sich eine heftigere Verletzung.

Als versierte, souveräne Mutter bringen dich mit den Jahren diese Verletzungen nicht mehr in Panik, so, wie es ganz am Anfang mit dem Baby noch ganz anders gewesen war!

 

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Du realisierst aber irgendwann, dass die körperlichen Blessuren gar nicht mal soooo schlimm sind wie z.B. die seelischen

Wie die, die du selbst erlitten hast und mit denen du unter Umständen sogar heute noch kämpfst.

Und du bekommst mit, wie dein Kind von einer Lehrerin in der zweiten Klasse heftig angegangen und kritisiert wird, weil es nicht so schön schreiben kann wie der Sitznachbar.

Und du erinnerst dich an dein eigenes Minderwertigkeitsgefühl, welches du gegenüber deinen eigenen strengen Lehrern in dieser Zeit hattest.

Du bekommst mit, wie deine Tochter von ihrem Vater manipuliert wird, als sie 9 Jahre alt ist. Wie sie ihrem geliebten Papa helfen will, weil er doch jetzt so allein ist.

Du weißt, dass er das Kind betrügt und im Hinterkopf nur verhindern will, dass er Unterhalt bezahlen muss.

Vielleicht ist das Kind so dermaßen beseelt davon, ihm zu helfen, dass es sehr bestimmt vor dem Richter auftritt. Es kann seine neue Macht in der Welt der Erwachsenen regelrecht spüren, und es weiß auch, dass du die Starke bist und leichter ohne sie auskommst.

Du bist dir da zwar nicht so sicher, aber irgendwie stimmt es schon.

Du BIST die mental stärkere Partei, sofern du einen narzisstischen Ex hast, der seinen niedrigen Selbstwert mit Aggression und Manipulation überdecken muss – selbst wenn du dich aktuell nicht so fühlen solltest.

Jedenfalls kannst du dahin finden und dich in diese Gewissheit entwickeln, wenn du deinen Fokus darauf ausrichtest.

Du weißt und ahnst, was dein Ex dem Kind an Lügen auftischt.

Du weißt, dass er eine komplett andere Haltung gegenüber deinen Werten hat, die du gerne deinem Kind mitgeben möchtest, damit es stark und resilient wird.

Du weißt, dass er nicht empathisch ist und das Kind nicht einfühlsam genug im Alltag begleiten kann.

Und du erinnerst dich vielleicht sogar an deinen eigenen narzisstischen Elternteil, und welch giftige Gedanken schon früh in dich gepflanzt wurden, und ihnen bis heute deshalb nicht verziehen hast.

Jetzt scheint sich alles zu wiederholen.

Vielleicht ist auch bis zum 15./16. Lebensjahr alles relativ gutgegangen. Und auf einmal kommt deine Tochter mit einem Hallodri ums Eck, der deinem windigen Ex ziemlich ähnlich ist.

Sie will ihn am liebsten heiraten.

Du kämpfst zwar mit allen Mitteln dagegen, aber kaum ist sie 18, brennt sie durch und heiratet den Typen und wird gleich schwanger. 😱

(Na, wie viele geheime Horrorszenarien bediene ich gerade in dir? Lies bitte weiter, ich verspreche dir, es wird hilfreicher!)

Auf jeden Fall siehst du, wie dein Kind ins Verderben rennt.

Und du stellst fest, dass du nicht mehr nur die Arme ausstrecken kannst, um es schnell aufzufangen.

Sondern dass der Weg, den dein Kind gerade einschlägt – ob es das nun mit 18 frei tun kann oder mit 9 vor Gericht gehört wird und vom Richter gegen deinen Willen dem Vater zugesprochen wird – eine bedeutsame Auswirkung auf seine spätere emotionale Verfassung nehmen wird.

Du siehst den inneren Film in dir und bist verzweifelt.

Du wolltest doch dein Kind beschützen! Und jetzt das – das Leid, die Tränen, die Scham… all das wartet jetzt auf dein Kind.

Stop, Sweetheart.

Klar hast du den Durchblick und weißt mehr als dein Kind! Und selbstverständlich kennst du auch deinen Ex und den wahren Kern seines perfiden Handelns.

Allerdings ist dein Kind nicht du.

 

Du kannst dein Kind nicht vor schlechten Erfahrungen schützen

Nicht vor der giftigen Lehrerin, nicht vor bösen Nachbarn, nicht vor dem eigenen Vater, der sich als Opfer geriert und dem Kind weismachen will, dass es ihn glücklich machen kann.

Es wird aber aus dem, was es erlebt hat und noch erleben wird, eigene Schlüsse ziehen.

Es wird eigene Emotionen daraus entwickeln – und auch eigene Konsequenzen daraus ableiten, die sich von deinen durchaus unterscheiden können.

Es wird vor allem einen eigenen Weg gehen, der anders aussehen wird als den, den du gegangen bist.

Es wird hineinwachsen in eine andere Welt mit einer größeren Klarheit als die Welt, die du kennengelernt hast, als du in deine erste Krise kamst.

Es wird neue Hilfsangebote kennenlernen als das, was es gestern gab und aktuell noch gibt.

Und weißt du, was das Beste ist?

 

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Es hat dich an seiner Seite, egal, was passiert

Du wirst deinem Kind schließlich nie die Türen vor der Nase zuschlagen, nur weil es mit 9 felsenfest der Meinung war, dass es mit seiner Aussage den Streit zwischen den Eltern schlichten kann, und gedacht hat, es tue das Richtige.

Du wirst ihm nie die Türen zuschlagen, nur weil dein Kind mit 16 so dermaßen verliebt war, dass es dachte, dieser Mann sei für sein Leben bestimmt.

Du wirst doch nie die Arme verschränkt halten, wenn es verzweifelt vor deiner Tür steht und Antworten sucht.

Oder?

Du wirst deinem Kind doch eher mit all deinem Wissen, deiner Empathie und deiner Zuversicht helfen, in die Klarheit zu kommen.

Seh ich das richtig?

 

Was wussten unsere Mütter eigentlich damals über Narzissmus?

Wie wurden unsere Mütter früher ermutigt, ihren gemeinen Mistkerl zu verlassen, und darauf zu vertrauen, dass sie es schaffen?

Welche Hilfsangebote gab es denn früher?

Welche nimmst du denn aktuell für dich an?

Mein Angebot für Mütter mit einem toxischen Ex gibt es erst seit 2017. Was glaubst du, wie viele Mütter mir schreiben und mir sagen: „Hätte ich dich doch nur schon vor 10 Jahren gefunden!“

 

Davon bin ich überzeugt

Ich glaube, dass es in zehn Jahren nochmal ganz andere und vielfältigere Angebote geben wird als heute, um die seelischen und emotionalen Verletzungen besser bearbeiten und auch vergessen zu können.

Warum um alles in der Welt sollten wir denn die Erinnerung an schlimme Situationen lebendig halten wollen?

Ich glaube daran, dass wir immer mehr erfahren und lernen werden, um in unserem Leben resilient und glücklich werden zu können.

Und ich glaube auch daran, dass jeder Mensch das lernen kann – wenn er will.

Woran ich außerdem glaube:

 

Dass jede Krise notwendig ist, um überhaupt wachsen zu können

Dein Kind lernt anfangs, mit körperlichen Schmerzen umzugehen – den Purzel auf den Steinboden, den Finger auf die heiße Herdplatte, den heftigen Tritt beim Fußballspiel.

Und es lernt, mit emotionalen Schmerzen umzugehen. Aber 100pro.

Allerdings nur, wenn du ebenfalls darauf vertraust, dass es das lernen kann.

 

Und so komme ich wieder auf dich zurück, Sweetheart

So lange du selbst nicht weißt, wie du mit deinen Emotionen und Blessuren am besten umgehst, so lange wirst du sehr wahrscheinlich deine Schwierigkeiten damit auf dein Kind projizieren.

Sofern du dich aber erlebst, wie du dich selbst aus einem emotionalen Tief befreien kannst und glücklichere Umstände erlebst, dann kannst du diese Zuversicht deinem Kind mitgeben.

Was machst du denn heute, wenn dein kleines Kind bei einem Versuch stürzt und sich das Knie aufschlägt?

Bestärkst du es in seinem Schmerz immer und immer wieder, erzählst du die Geschichte im Freundeskreis und betonst die fürchterlichen Umstände, die zum Sturz geführt haben, oder holst du ein Pflaster, umarmst es liebevoll und nickst ihm zu, das Kunststück wieder zu probieren?

 

Welches Verhalten unterstützt dein Kind wohl mehr in seiner Wahrnehmung, wie es mit Schmerz und Schwierigkeiten umgehen soll?

Deine Zuversicht in die Fähigkeiten, dass dein Kind es schaffen wird, selbst aus schwierigsten Situationen zu lernen und damit mental zu wachsen, ist der Schlüssel.

Das ist das Beste, was du deinem Kind vermitteln kannst.

Wenn alle um es herum nur glauben, dass es untergehen wird, dann wird es sehr, sehr schwer werden und braucht eine verdammt starke Persönlichkeit, um es quasi aus Trotz allen zu zeigen: „Schaut her, ich habe es geschafft, obwohl mir das keiner zugetraut hat!“

Wenn du diese Zuversicht nicht spürst – weil du selbst weißt, dass dein Kind mental noch nicht da steht – und klar steht es da noch nicht mit 9! – umso wichtiger ist es, dass du dich zuerst mental sicherst.

 

Du musst ZUERST verstehen und lernen, deine Glaubenssätze und damit deine Emotionen zu steuern

Damit du dann, sobald dein Kind in der Tür steht und mit dir sprechen will, um Fragen auf seine innere Verwirrtheit zu bekommen, in deiner Klarheit stehst und ihm ruhig und souverän beim Verstehen helfen kannst.

Damit wir uns klar verstehen, Sweetheart: Selbstverständlich wirst du alles bei Gericht unternehmen, sofern dein Kind noch nicht volljährig ist, um das Schlimmste zu verhindern, logo.

Du wirst lernen, gegen den Kindeswillen zu argumentieren und dein ganzes empathisches Gewicht in diese Argumentation einfließen lassen.

Aber sofern du alles gegeben hast, und die dynamischen Faktoren – auch RichterInnen müssen offenbar noch viel lernen! – nicht die besten für dein Kind sind, dann ist und bleibt es deine Entscheidung, mit welcher Haltung du dein Kind weiterhin begleiten möchtest:

Wissend und voller Zuversicht, dass es in dieser Kindheit lernen und auch emotional alles verarbeiten wird – oder voller Mitleid und Sorge, dass es das nicht packt.

 

Für welche Haltung entscheidest du dich?

 

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