Wie du einen emotionalen Sparplan für dein Kind aufbaust

Apr 24, 2020 | 13 Kommentare

Wenn du zu den Müttern gehörst, die einen toxisch-narzisstischen Ex haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass du dir viele Gedanken um die Manipulationsmacht deines Ex machst.

Du hast es ja selbst am eigenen Leib erfahren!

Aber wenn du als Erwachsene schon auf ihn hereingefallen bist, wie kannst du Euer Kind davor bewahren, dass es vom Vater manipuliert und belogen wird?

Vor allem, wenn du ein besonders malignes, sprich hoch toxisches Exemplar zum Ex hast, dem du ohne weiteres zutraust, dass er alles unternehmen wird, um dir das Kind zu entfremden.

Solche Fälle gibt es in der Tat – aber es ist für den Ex nicht nachhaltig, denn diese Spielchen fliegen über kurz oder lang auf, selbst wenn es Jahre dauert.

 

Welche Möglichkeiten hast du, das zu verhindern?

Mit unzähligen Gerichtsprozessen, in denen du dem Gericht die Manipulationsmethoden beweisen willst?

Kann irgendwann klappen – oder auch nicht.

In vielen, vielen Elterngesprächen, in denen dem Mediator oder Berater schon die Ohren schlackern? Welche Macht oder Einflussnahme könnte ein externer Berater bei deinem Ex haben?

Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich ja eher sagen -5, aber du kennst deinen Ex ja besser als ich 😉

Oder indem du selbst den Umgang des Kindes mit dem toxischen Ex auf ein Minimum beschränkst? Denn das kann doch kein guter, per Gesetz gewünschter Umgang sein?

Wohl kaum. Da kriegst du selbst eher einen auf den Deckel als du gucken kannst. In der Regel reagieren alle äußerst empfindlich darauf, wenn du von deiner subjektiven, ehemaligen Partner-Warte aus meinst, beurteilen zu können, welcher Umgang für die Entwicklung deines Kindes der beste ist.

Es gibt einen ganz grundsätzlichen Kern, den du zuerst verstehen und begreifen musst, um auf deiner Reise in dieser Elternschaft einen großen Fortschritt machen zu können:

Du kannst im Außen keine Veränderung bewirken – erst recht nicht erzwingen.

Du kannst nur dann eine Veränderung herbeiführen, wenn du den Fokus auf dich selbst richtest. Auf das, was du selbst tun kannst.

Also wenn deine größte Angst ist, dass der Ex dir das Kind auf Dauer entfremden könnte, dann fokussiere dich heute auf deine Bindung zum Kind.

Wenn du Angst davor hast, dass der Ex das ABR für das Kind zugesprochen bekommen könnte und du zur Umgangs-Mami wirst, dann nutze die Zeit mit deinem Kind besonders intensiv.

Nicht, indem du gleichfalls anfängst, es zu manipulieren, klar, oder?

Sondern indem du genau deine Stärken, die dein Kind begleiten, seitdem es auf der Welt ist, betonst und noch mehr lebst.

Deine Super-Power, auf die dein Ex so unglaublich neidisch ist, weil er es nicht hat und auch niemals haben wird, egal, wie viele Gerichtsprozesse er noch anstrengen mag.

Du weißt, wovon ich rede, oder?

Deine Empathiefähigkeit.

DAS ist deine Superpower, Sweetheart.

Das ist deine stärkste Waffe gegen seine machiavellistische Langzeit-Entfremdungsstrategie!

Diese Superpower ist ein ganz besonderer, wertvoller Schatz.

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Wie du deine Superpower einsetzt

Aber ach – sie kann im Alltagsstress viel zu oft zugeschüttet werden!

Bist du außerdem extrem erschöpft, fehlt dir die notwendige Energie, denn auch diese Superpower braucht ein Mindestmaß davon, um leuchten zu können.

Also so lange du wie ein Zombie durch die Gegend rennst, all deinen anderen Verpflichtungen eine höhere Priorität einräumst als dir und deinem Kind und on top deinen gesamten Fokus auf die Aktionen und mögliche Gedanken deines toxischen Ex legst – so lange wirst du auf der Stelle treten und emotional keinen Schritt nach vorne machen.

Geschweige denn deine Angst vor diesem Horrorszenario besiegen können.

Aber jetzt liest du ja diesen Artikel, daher lass mich dir zwei Gedankenstupser geben:

 

Fokus Numero 1: Auf dich

Wenn du merkst, dass du zunehmend erschöpfter bist im Alltag, dünnhäutiger und alles andere als gelassen, so ist das ein Signal, bewusster nach innen zu schauen und dich zu fragen:

Was brauche ich heute, um mich leichter und besser zu fühlen? (Und nein, ich meine nicht Schokolade oder Alk!)

Was beschwingt mich, was könnte mich in den Flow bringen, was macht Hoffnung oder ist einfach nur schön?

Wenn du dir jeden Tag nur 15 Minuten Zeitinseln schaffst, in denen du innehältst und dich mit den Antworten zu den Fragen oben beschäftigst, kommst du schon weiter. Garantiert.

Vielleicht betrachtest du im Frühling einfach mal ein paar Minuten lang einen blühenden Baum und saugst den Duft der Blüten ein. Oder setzt dich an einen Bach und hörst das Plätschern des Wassers. Oder betrachtest ein Bild in einem Museum, was etwas Besonderes in dir zum Klingen bringt – selbst wenn du nur für dieses eine Bild in das Museum gehst.

Oder du hast ein besonders schönes Foto, das du immer wieder gern betrachtest und dich „nicht sattsehen“ kannst. Was dich nicht traurig, sondern leicht macht. Vergrößere es doch und häng es ganz exponiert an die Wand, damit du es wirklich immer wieder anschauen kannst.

Mein All-Time-Best-Advice ist eh das Schreiben im Journal. Also wenn du lieber schreibst als guckst wäre das eine sehr gute Alternative.

Oder alles zusammen!

Allein die Wertschätzung dir gegenüber, dass du dir fokussierte 15 Minuten am Tag schenkst, macht einen Riesenunterschied, Liebes!

Wenn du auf diese Weise über die Zeit deine Energiespeicher auflädst, dann bist du schon wesentlich bewusster im Alltag unterwegs und kannst dann den Fokus richten auf:

 

2) deine Quality-Time mit dem Kind

Neben Essenkochen und Haushalt und Ins-Bett-Bringen (bei kleinen Kindern) und Hausaufgaben-Überwachung der größeren Kids brauchst du gemeinsame Zeitinseln, die du mit deiner Superpower ganz bewusst ausfüllst.

Stephen Covey hat in seinem Buch „7 Habits of Highly Effective People“ den Begriff des „emotionalen Sparkontos“ geschaffen, den du mental ganz wunderbar auf deine Situation anwenden kannst.

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Was ist mit dem emotionalen Sparkonto gemeint?

Ein emotionales Sparkonto funktioniert im Grunde wie ein Sparpolster bei der Bank. Dort legst du hoffentlich jeden Monat Rücklagen an, damit du in der Not darauf zurückgreifen kannst.

Das emotionale Sparkonto dagegen existiert zwischen zwei Menschen, in unserem Fall zwischen dir und deinem Kind.

Jeden Tag seit seiner Geburt zahlst du ein. Du sorgst dafür, dass es geborgen ist, indem du es anfangs viel trägst. Du nimmst es auf, wenn es schreit. Du fütterst es, wenn es hungrig ist und sorgst schnell für ein trockenes, angenehmes Gefühl am Popo, wenn die Windel wieder voll ist.

In jedem deiner Augen-Blicke, die du ihm schenkst, sieht es deine Liebe.

Das sind die größten Einzahlungen auf Euer emotionales Sparkonto, die du in den ersten Jahren machst.

Sozusagen das Grundpolster.

Mit der Zeit nimmt der Alltag aber enorm an Fahrt auf. Alles wird normal: auch das Wunder Kind. Die jeweiligen Entwicklungsschritte werden feiner und sind nicht mehr so offensichtlich und laden auch nicht mehr zu großen Begeisterungsstürmen ein („Es kann laufen!“ „Es kann sprechen!“ „Es kann Bruchrechnen!“).

Seine persönlichen Stärken treten nicht mehr so deutlich zutage wie seine Schwächen (je nachdem, worauf wir selbst geeicht wurden).

Kommt dann noch ein toxischer Ex dazu, der uns mit bösen Emails traktiert oder uns sogar auf offener Straße bei der Kindübergabe aggressiv angeht, liegen die Nerven bei uns allen blank.

Das, was wir uns nie vorstellen konnten, als wir das Baby zum ersten Mal im Arm hielten, wird Alltag: Wir schreien das Kind an, bewerten und kritisieren es.

Aber mit jedem Satz, den wir kritisieren, schreien oder bewerten, heben wir vom emotionalen Bankkonto etwas ab.

Wenn dann die Phase kommt, in der der Ex ganz massive Chancen zur Manipulation erhält (beginnend mit dem 9./10. Geburtstag des Kindes), wird Kassensturz gemacht.

Wieviel ist dann noch auf dem emotionalen Bankkonto zwischen dir und deinem Kind?

Du brauchst also so etwas wie einen Sparplan

Dass es keine Kindheit ohne Frust und Spannung und Streit geben kann (und sollte), ist uns wohl allen klar.

Ich finde die Metapher mit dem Bankkonto gerade deshalb so spannend und hilfreich, weil wir damit mental in der Lage sind, immer auch etwas einzahlen zu können, um Entnahmen auszugleichen bzw. das Konto immer besser aufzufüllen.


Wie könnte ein solcher Sparplan aussehen?

Indem du mit deiner Superpower aktiv zuhörst und dich für dein größer werdendes Kind interessierst.

Was unternimmst du mit deinem Kind, was es wirklich von Herzen liebt – und nicht nur du selbst?

Wenn es Star Wars Fan ist, du aber nicht – was glaubst du, wieviel du auf das emotionale Bankkonto einzahlen würdest, wenn du zusammen mit dem Kind in eine ganz besondere Star Wars Aufführung gehst – vielleicht sogar nachts?

Wenn dein Kind ein ganz besonderes Idol hat – dann schau doch mal, ob du im Gespräch mit ihm herausfinden kannst, was genau dieses Idol zu seinem Idol macht. Auch wenn du es immer noch nicht verstehst – akzeptiere es und sei aufmerksam und präsent.

Und da kommt halt voll deine Superpower ins Spiel, Sweetheart! Deine Empathiefähigkeit.

Nein, du musst dein Kind nicht mit teuren Spielsachen überschütten wie der Narz-Ex (der kann ja nun mal leider nicht anders als mit Geld zu punkten).

Aber wenn es ein schönes Star Wars Spiel gibt, dann kannst du das auch über ebay oder auf dem Flohmarkt erwerben und für ein besonderes Augenleuchten sorgen.

Oder eine schöne Doku über sein Idol, welche im Fernsehen gezeigt wird, und du es während der Papa-Umgangszeit aufnimmst oder in der Mediathek als Favorit markierst und ihr es euch später gemeinsam anguckt.

Das gibt fette Einzahlungen!

Und dazwischen schenkst du ihm immer wieder mal einen liebevollen Blick. Mit dem Fokus auf all das Gute, was dein Kind schon kann, und nicht darauf, was es noch nicht kann und alle Welt um dich herum meint, es sollte das schon können – nicht zuletzt der toxische Ex selbst.

 

Zusammenfassung

Deine Superpower hilft dir langfristig viel mehr als alles Geld und vermeintliche Macht des Ex. Setze sie ganz bewusst und achtsam im Umgang mit deinem Kind ein.

Selbst wenn es dann tatsächlich doch mal im Laufe der Pubertät verwirrt werden sollte – sofern das Konto zwischen Euch vorher gut gefüllt war, ist das die beste Abwehr vor größeren Schäden und wird sich langfristig für dich und dein Kind auszahlen. Davon bin ich wirklich überzeugt!

Was sagst du dazu? Kannst du damit etwas anfangen? Ich freue mich über deine Meinung in den Kommentaren weiter unten – vielen lieben Dank!

 

 

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