Wie du dich vom toxischen Ex besser abgrenzen kannst

Mrz 6, 2020 | 5 Kommentare

Kannst du dich bereits perfekt abgrenzen? Oder entspricht eher das hier deiner aktuellen Realität:

  • Der toxische Ex ruft ständig in deiner Umgangszeit an.
  • Oder er kommt einfach in deine Wohnung, wenn das Kind nicht von sich aus an die Tür gehen sondern lieber zu Hause bei dir bleiben will.
  • Oder er will ständig von irgendwas mehr haben – von deiner Aufmerksamkeit, von deiner Umgangszeit und sogar von deinen Sachen, wenn du ihm hin und wieder etwas geliehen hast.

Aber nicht nur er spielt dieses Spiel „Will mehr!“ mit dir. Auch dein Kind. Deine Mutter. Dein neuer Freund. Dein Chef. Deine Kollegin.

Und du drehst dich im Kreis.

Alle wollen ständig irgendwas von dir.

 

Wie reagierst du?

Anstelle dich abzugrenzen denkst du: „Ich will ja nicht so sein. Ist doch nur eine Kleinigkeit.“

Aber diese Kleinigkeit ist in Wirklichkeit keine Kleinigkeit.

Diese Kleinigkeiten addieren sich. Zu einem ziemlich großen Misthaufen.

Zeit ist da sicherlich der erste Faktor, der einem da einfällt. Du hast schließlich (mindestens) ein Kind, einen Job, den Haushalt und eventuell noch Stress mit dem Gericht und das ganze Gerenne. Zeit ist also extrem kostbar für dich.

Und doch sind die Gedanken, die sich in dir sammeln, wenn du dich mit einer übergriffigen Forderung auseinandersetzen musst, für mich fast noch wichtiger.

Denn während du dich rational mit der Bitte auseinandersetzt und denkst „Das ist jetzt wirklich nichts Wildes, das kann ich ihm schon geben“ muckt die Seele sofort auf und schickt dir ein Signal in Form eines unguten Gefühls.

Du weißt, was ich meine, oder?

Die Seele ist wesentlich schneller mit ihrem Signal als der Kopf.

Aber der Kopf ist gut trainiert und mit allerlei Sätzen der Außenwelt bestückt, die man als Mutter übernommen hast, weil man sich ständig von außen sieht: Nämlich mit den Augen einer Beobachterin sieht man sich selbst als eine Mutter, an die jemand eine Bitte gerichtet hat (du und ich wissen zwar, dass die Bitte im Kleid einer übergriffigen Forderung daherkommt, aber von außen betrachtet sieht es vollkommen unschuldig aus).

Der Kopf denkt: Wie reagiert jetzt eine „gute“ Mutter richtig und angemessen darauf?

Tausend Dinge, die sie mittlerweile gelernt hat, seitdem sie Mutter ist, sind rapidamente präsent – all die Erwartungen des toxischen Ex, die Erwartungen des Sachbearbeiters im Jugendamt, die Erwartungen der Autorin des letzten Bestsellers für eine bedürfnisorientierte Erziehung, die Erwartungen der eigenen Mutter oder des Vaters, die Erwartungen der Lehrerin, die Erwartungen der Nachbarn und so weiter und so fort.

Der einzige Aspekt, der fehlt: Die Erwartungen, die die Mutter an sich selbst stellt.

Ist das auch so bei dir?

Fehlt dir ebenfalls ein klares Bild, welche Mutter du sein willst?

Und nicht nur das – sondern auch, welche Frau du sein willst? Welche Arbeitskollegin, welche Art von Projektteam-Kollegin, welche Chefin, welche Mitarbeiterin?

Nicht zuletzt: Welche Rolle willst du in der hochtoxischen Elternschaft einnehmen?

Wenn das alles derzeit in einem Nebel liegt und bislang nicht von dir klar definiert wurde, dann sind auch deine Grenzen nicht zu greifen – weder für dich und erst recht nicht für Andere.

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Braucht es überhaupt Grenzen?

Ja. Definitiv brauchst du Grenzen.

Dein inneres Selbst braucht diese Grenzen sogar mit der allergrößten Dringlichkeit.

Und deshalb schickt dir dein Innerstes auch diese Signale: „Hey! NEIIIIN!“

Aber da du ihr bislang nicht zugehört hast, ist die Stimme noch sehr leise und verhallt gegen das laute Getöse im Kopf à la „Was ist schon dabei? Ist doch nur eine Kleinigkeit…“

Zurück bleibt Verwirrung. Unsicherheit. Das Gefühl, dass etwas nicht gestimmt hat, aber du kannst es nicht greifen.

Du denkst, dass du alles richtig gemacht hast, aber dein Innerstes fühlt sich verraten und verkauft.

Und noch schlimmer: während du denkst, dass du mit dem einen oder anderen grenzverachtenden Zugeständnis die Erwartungen der Anderen erfüllt hast, ist genau das Gegenteil der Fall.

Den anderen ist es eigentlich scheißegal, was und wie du etwas entscheidest. Gut möglich, dass morgen bereits vergessen ist, was du heute ermöglicht hast.

Dem toxischen Ex juckt es schon zweimal nicht – und nein, er wird nicht handzahmer, je mehr Zugeständnisse zu machst! Ganz im Gegenteil: er wird immer hungriger nach mehr. Und er bekommt die Bestätigung, dass du alles zulässt – also wird er immer mehr fordern.

Wenn dann irgendwann mal sogar der Kopf sagt „Hä? WTF?“ ist es doppelt und dreifach schwierig, aus der Chose herauszukommen und die Schranke souverän herunterlassen zu können.

 

Wo fängst du mit dem Abgrenzen an?

Am besten tastest du dich erst einmal langsam an deine Grenzen heran.

Werde dir zuerst einmal darüber klar, welche Art von Frau und Mutter du sein möchtest (siehe die weiteren Beispiele oben).

Wichtig: lass dich nicht davon leiten, wie andere dich in diesen jeweiligen Rollen sehen!

Es geht also darum, dass du dein Selbst fragst:

Was passt zu mir? Welche meiner Eigenschaften und Fähigkeiten kommen in der jeweiligen Rolle am besten zur vollen Blüte?

Setz dich hin, nimm dir einen Stift und dein Lieblingsjournal und schreib drauflos.

Das Ergebnis kannst du ja später nochmal schön abtippen oder in Canva in ein tolles Design packen und irgendwohin hängen, wo du es immer vor Augen hast.

Die eigentliche Arbeit sollte allerdings per Hand erfolgen – denn so kommst du am besten mit deiner Seele ins Zwiegespräch.

Wenn du dieses Bild von dir geschaffen und verdeutlicht hast, ist die nächste Frage:

 

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Wie handelt und entscheidet die Frau, die ich sein möchte?

Das ist DEIN Leuchtturm, Sweetheart.

Bei allen zukünftigen Entscheidungs-Dilemmas ist das die Frage, die dir helfen wird, deine ganz persönlich richtige Antwort zu bekommen, mit der du dich dann abgrenzen kannst.

Wenn ich weiß, dass ich ein Bild von mir als liebevolle, präsente Mutter habe, kann ich meine rare Freizeit nicht mit unbotmäßigen Bitten nach Gefälligkeiten meiner Mutter ausfüllen.

Wenn ich das Bild einer ruhigen, souveränen Ex-Frau eines toxisch-narzisstischen Mannes in mir trage, dann fällt es mir leichter, Maßnahmen zu ergreifen, um ihn in seiner Kommunikationswut einzudämmen und mir mentale Inseln zu schaffen, auf die er nicht mitkommen darf.

Wenn ich weiß, welche Rolle ich auf der Arbeit einnehmen möchte, die mir und meinen individuellen Eigenschaften entspricht, dann kann ich mich überall dort deutlich abgrenzen, wenn es diesem Bild nicht entspricht. Also ziehe ich mich vom negativen Küchentratsch zurück, wenn ich als Expertin in meinem Bereich wahrgenommen werden möchte und lass mir keine Aufgaben auf den Schreibtisch legen, die meiner Kompetenz nicht entsprechen oder wichtige Zeit für meine Hauptaufgabe stehlen.

Je klarer ich hier bin, umso klarer wirke ich im Außen.

Und die Magie kann sich entfalten…

Du wirst feststellen, dass nach der ersten Verblüffung die Menschen um dich herum anfangen werden, deine Grenzen zu akzeptieren.

Dein Ex vielleicht nicht so schnell wie die anderen, aber das ist auch egal. Er macht eh das, was er will! Es geht hier auch nicht um ihn, sondern um dich!

Du wirst sehen, wie gut es dir tut, wenn du im Kleinen bereits den einen oder anderen Erfolg einheimst.

 

Der Ton macht die Musik

Die besonders Lieben und Empathischen unter meinen Leserinnen mögen vielleicht denken, dass Abgrenzen eine harsche, direkte, knallharte Sache ist.

Wer von uns Empathen kann schon knallhart sein?

Vielleicht hast du es selbst schon erlebt, dass man dir ziemlich brüsk Grenzen aufgezeigt hat, als du mal ein Anliegen hattest (unsere toxischen Ex-Partner sind ja in der Regel sehr gut im Abgrenzen).

Aber man kann sich auch durchaus sehr liebevoll und klar und voller Verständnis für den Anderen abgrenzen.

Du musst jedenfalls nicht harsch oder brüsk werden!

„Ja, ich verstehe. Trotzdem muss ich leider deine Bitte ablehnen, denn heute Nachmittag ist die Zeit für den Jungen bereits fest verplant.“

„Ok, aber diese Aufgabe kann ich aktuell nicht übernehmen. Sie haben mir gestern noch gesagt, dass die oberste Priorität das Projekt hat. Ich habe damit bereits begonnen – alles andere kostet mehr Zeit.“

„Liebes, Mami trinkt jetzt erstmal ihren Kaffee aus. Wenn der große Zeiger auf der 12 ist, spielen wir Blinde Kuh, ja?“

Und dabei lächelst du.

Weil es einfach ein wunderschönes, befreiendes Gefühl ist, wenn man im Einklang mit dem inneren Selbst lebt und seine eigenen Grenzen kennt und diese vor allem selbst respektiert!

Merke: Wenn du selbst das nicht machst, wird es auch kein anderer tun.

 

Kannst du dich bereits gut abgrenzen? Wie hast du das geschafft? Welche Grenzen darf man bei dir nicht überschreiten? Hinterlasse dazu einen Kommentar weiter unten – je mehr Ideen wir hier sammeln, umso hilfreicher für alle anderen Mütter, die nach dir kommen.

 

 

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