Aufs Land oder in die Stadt? Welche Auswirkungen diese Entscheidung auf deine Zukunft als Single Mutter hat

Aug 10, 2018 | 2 Kommentare

Stehst du gerade kurz vor der Trennung und vor der Gretchenfrage „Wohin nur – aufs Land oder in die Stadt“?

Ich mach’s mal kurz heute: Sieh zu, dass du in die Stadt ziehst bzw. wohnen bleibst und nicht raus aufs Land ziehst!

Was am Anfang gute Gründe sein mögen – billiger wohnen zu können, andere Kinder zum Spielen, Natur – all das bringt dir nix, wenn du Freunde finden musst oder eine gute Kinderbetreuung, geschweige denn eine ordentliche Auswahl an möglichen Arbeitgebern in der Nähe und eine gescheite Infrastruktur, falls das Auto die Grätsche macht.

Vielleicht bist du ja für den Soon-to-be-Ex rausgezogen. Ihr hattet den gemeinsamen Traum vom natürlichen Leben auf dem Land, Ruhe, ungestörte Spielmöglichkeiten für die Kinder – und heute musst du feststellen, dass die Lage mit verantwortlich dafür ist, dass du dich von deinen Freunden isoliert hast und bei Punkt Null anfangen musst.

In meinem Blogartikel von letzter Woche habe ich schon beschrieben, wie wichtig ein gut funktionierendes Netzwerk für uns Single Mütter ist.

Das ist schon nicht so einfach, wenn man bereits in der Stadt wohnt. Es ist nochmals um ein Vielfaches schwieriger, wenn du in der Einöde hockst und dir die Decke auf den Kopf fällt, wenn die Kiddies beim Papa sind.

Ja, ich verstehe schon.

Natürlich willst du auch deshalb in der Nähe bleiben, damit die Kinder nah beim Papa sind und möchtest damit auch deinen guten Willen unter Beweis stellen, damit man dir nachher nicht vorwerfen kann, dass du den Umgang zum Kindsvater verhinderst.

Je nachdem, wie toxisch dein Ex allerdings ist, tust du dir damit dreimal keinen Gefallen.

Also sofern er dich selbst noch nicht so unter Druck setzt, dass er gleich vor Gericht zieht, um dir zu verbieten, in die nächstgrößere Stadt zu ziehen, dann hast du noch alle Möglichkeiten. Du musst ja nicht gleich über 100 km weit weg ziehen!

Vielleicht würde es dir ja gefallen, in die Stadt zurückzugehen, in der du sehr schnell dein altes Freundesnetzwerk wiederbeleben könntest? Und in der du gute Aussichten hast, ein Auskommen zu finden, um den Lebensunterhalt für dich und die Kinder sichern zu können?

Natürlich gilt es immer abzuwägen. Selbstverständlich berücksichtigst du auch die Interessen deiner Kinder und wirst ihnen, sofern sie eine gute Beziehung zum Kindsvater haben, nicht so irre lange Reisewege zumuten, damit sie ihren Papa sehen können.

Aber mach dir bitte nix vor.

Wenn du heute denkst: „Gut, erst einmal hier im Dorf bleiben, ich schau mich dann zum späteren Zeitpunkt nach einer anderen Wohnung in der Stadt um“ wird das verdammt schwierig.

Du weißt nicht, welche Geschütze dein toxischer Ex in der Zwischenzeit auffahren und dich gegebenenfalls per Gerichtsbeschluss daran hindern wird, weiter weg zu ziehen als bis zum Dorfrand.

Alles, was improvisiert einigermaßen läuft, wird gerne als Grund hergenommen, dass es doch bitte so zu bleiben hat (das Wechselmodell auf Probe zum Beispiel). Zum Wohle der Kinder.

Und eh‘ du dich versiehst, hast du Fakten geschaffen und schaust erst mal mit dem Ofenrohr ins Gebirge (ist so eine Redensart hier in Bayern).

Unterschätze die Auswirkungen bitte nicht

Die Einsamkeit ereilt dich so oder so, ob du nun auf dem Land oder in der Stadt wohnst. Aber du hast weitaus mehr Möglichkeiten, neue Menschen kennenzulernen, wo es auch viele neue Menschen gibt. Und Ausgehmöglichkeiten. Und Cafés. Und Spielplätze.

Das ist jetzt mal der eine Aspekt.

 

Einladung zum Mutmach-Freitag

Abonniere jetzt meinen kostenlosen wöchentlichen Newsletter

Zum Newsletter >>>

Es hat noch einen guten Nebeneffekt (und bitte, liebe unbeteiligte MitleserIn: hier geht es um Mütter mit einem toxischen Ex-Partner – nur zur Erinnerung!), wenn Du nicht in der unmittelbaren Nähe bleibst:

Nichts ist schlimmer, als wenn du ständig am Wochenende beim Spaziergang dem Ex über den Weg läufst.

Ihr die gleichen Einkaufsläden habt.

Wenn die Next bei ihm einzieht und beide einträchtig Hand in Hand durch die Gegend laufen, für alle Nachbarn gut sichtbar, während du nicht weißt, wo dir der Kopf steht – und der Gedanke, einen neuen Mann in dein Leben zu lassen weit, weit weg ist – dann ist das zuviel des Schlechten.

Das hat nix damit zu tun, dass ich vermuten könnte, du würdest eifersüchtig auf die Neue sein. Das ist bei uns Müttern mit toxischen Ex-Partnern sowieso nicht der Fall, wir sind ja heilfroh, dass wir nicht mehr Tisch und Bett mit ihm teilen müssen.

Meine Bitte an dich

Der Punkt, um den es mir geht: Bitte gehe von Anfang an mit dir umsichtig und achtsam um.

Horche genau in dich hinein und überlege dir gründlich alle Alternativen, die du hast.

  • Welche Zukunft erträumst du dir?
  • Welche Landebahn für dein Wunsch-Leben willst du jetzt schon errichten? Wie einfach oder kompliziert wird es denn für dich werden, dein Traumleben zu realisieren?

Wir können uns vieles schönreden, und ganz besonders die Pragmatinnen unter uns finden 1000 gute Gründe, am Ort zu bleiben.

Aber wenn du nur im Entferntesten ein Bauchkribbeln mit einem innigen „Ja, das wäre schön!“ bei dem Gedanken verspürst, in die nächstgrößere Stadt zu ziehen, dann gehe Schritt für Schritt vor und überlege dir, wie du das bewerkstelligen kannst.

Zähle alle Vorteile auf und entscheide dann.

Du darfst dich schützen – und du hast ein Recht auf ein eigenes, gutes Leben, meine Liebe!

Wie siehst du das? Ich freue mich wie immer auf deinen Kommentar weiter unten!

Einladung zum Mutmach-Freitag

Abonniere jetzt meinen kostenlosen wöchentlichen Newsletter

Zum Newsletter >>>