Worauf du vor der Trennung unbedingt achten solltest

Sep 20, 2019 | 3 Kommentare

So, deine Entscheidung, dich von deinem toxischen Partner und Vater deiner Kinder zu trennen, steht felsenfest. Nur wie gehst du jetzt in dieser Zeit vor der Trennung am besten vor?

Du siehst wahrscheinlich nur den Mount Everest vor dir und denkst: „Wie soll ich das nur alles schaffen mit den zwei kleinen Kindern?“

Und du denkst vor allem: „Nur jetzt bloß keinen Fehler machen!“

Sweetheart, du wirst selbstverständlich Fehler machen.

Jede von uns hat Fehler gemacht, und selbst wenn wir die gleiche Situation wieder durchleben müssten, würden wir zwar nicht die gleichen Fehler noch einmal machen, dafür aber 100%ig andere.

Also relax – so gut es eben geht, ich weiß ja, wie aufgeregt und besorgt du gerade bist!

Mit diesem Artikel möchte ich dir eine Art Anleitung der ersten Schritte geben, damit du später so wenig wie möglich Angriffsflächen für den gegnerischen Anwalt lieferst.

Womit das Stichwort bereits gefallen ist:

 

Schritt 1: Anwalt oder Anwältin finden

Ja, den brauchst du, sofern du einen toxischen Kindsvater hast. Und nein, du eskalierst damit nicht den Streit!

Du umringst dich jetzt erst einmal mit Leuten, die dich und dein Kind schützen sollen.

Bedenke bitte, dass es jetzt nicht darum gehen kann, was die Nachbarn oder Freunde über dich denken, dass du „sofort schwere Geschütze auffährst“.Es geht auch nicht darum, dass ich von dir erwarte, dass du sofort einen fulminanten Krieg gegen den Vater deiner Kinder eröffnest.

Es geht nicht darum, dass der Anwalt sich sofort für teures Geld hinsetzt und einen gepfefferten Brief nach dem anderen in Richtung Soon-to-be-Ex abfeuert, um gleich zu demonstrieren, wo der Hammer hängt.

In dieser Phase ist der Anwalt allein nur für deine Klarheit da. Je besser du von Anfang an über deine rechtlichen Möglichkeiten in deiner ganz spezifischen Situation informiert bist, umso besser für deine Souveränität.

Nimm vor allem nicht den Erstbesten, der dir in den Sinn kommt. Du brauchst einen Rechtsbeistand, der sich mit toxisch-narzisstischen Gegnern auskennt.

Einen, der nicht schnell die Fälle abarbeitet und daher auf Vergleich und Konsens drängt, auf Kosten der Kinder.

Sondern einen, der auch vor hochkonflikthaften Fällen nicht zurückschreckt, die sich länger hinziehen können. Der auch keine Hemmungen hat, zur Not den Richter oder die Richterin anzugehen, wenn die über die humanen Stränge schlagen.

In diesem Blogartikel habe ich beschrieben, worauf du achten solltest und welche Fragen du am besten stellst, um einen solchen Rechtsbeistand zu finden.

Mann oder Frau? Das ist egal. Manche meiner Klientinnen schwören eher auf einen Mann, weil Männer anscheinend härter auftreten können als Frauen. Einige haben sogar bemerkt, dass eine gewisse narzisstische Ader beim eigenen Anwalt durchaus von Vorteil ist (huch!), weil der dann noch besser versteht, wie der Gegner tickt und fröhlich seine Projektionen dort ausleben kann.

Das dürfte dann aber wohl eher eine Anwaltvariante für die Fortgeschrittenen unter uns sein…

In meiner Gruppe der Starken Mütter werden allerdings immer wieder sehr gute Anwältinnen empfohlen, die überaus akkurat arbeiten und nicht aufgeben.

Ich denke daher, dass du dich eher auf dein Bauchgefühl verlassen solltest.

Unterm Strich müsst Ihr nämlich ein Dreamteam werden. Ihr müsst Euch gegenseitig (!) helfen und unterstützen. Ja, das sollte dir klar sein – dein Anwalt kann nur so gut sein, wenn er weiß, dass du ihm gegenüber ehrlich bist und nichts beschönigst.

Dass du ihn aber auf der anderen Seite nicht mit jedem Kleinscheiss zumüllst, und er darf selbst die wichtigen Informationen zeitintensiv herauspellen. Wer will das schon auf Dauer?

Nimm dir in der Vorauszugsphase bitte die Zeit für die Anwaltssuche!

Es geht in dieser Phase in erster Linie um die beste Auszugsstrategie, damit du weißt, welches Risiko du mit dieser oder jener Entscheidung eingehst.

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Schritt 2: Wohnung finden

Wo soll deine neue Wohnung sein?

Nah, um zu dokumentieren, dass du daran interessiert bist, dass Ihr eine gute, kooperative Elternschaft führen könnt und beide kurze Wege habt?

Oder doch weiter weg, um dich zu schützen?

Finde einen guten Kompromiss.

Nicht zu nah, damit er nicht beim abendlichen Spaziergang ständig an Eurem Haus vorbeiläuft.

Nicht gleich mehrere 100 km weit weg, denn das wird uns Müttern immer zum Nachteil ausgelegt. Den Vätern übrigens nicht. Interessante Entdeckung, die ich schon machen durfte.

Je nachdem, in welchem Ballungsraum du lebst und der Wohnungsmarkt angespannt ist, hast du mehr Argumente für einen weiter entfernten Abstand.

Also falls du im Osten von Stuttgart lebst und findest nur eine einigermaßen passable und bezahlbare Wohnung im Westen, dann schaffst du faktisch nur wenige KM Abstand, aber ein schnelles und stressfreies Hin- und Herfahren ist schon mal nicht so schnell möglich.

Zwar sind auch schon Wechselmodelle über 500 km Entfernung verhängt worden (Mensch Richter!!!! Was haben Sie sich dabei gedacht???), aber der human denkende Standardrichter wird in der Regel nur dann ein Wechselmodell gegen den Wunsch eines Elternteils beschließen, wenn es die Nähe auch zulässt.

Stellt sich noch eine Frage:

 

In dem gemeinsamen Haus bleiben oder ausziehen?

Ich selbst bin ja ein Fan vom Ausziehen.

Ich habe darüber in diesem Artikel  ausführlicher geschrieben.

Damit gibt es auch einen klaren Schlussstrich unter die toxische Beziehungsvergangenheit. Neue Wände, die die Tränen nicht gesehen und die bösen Worte nicht geschluckt haben.

Ja, auch wenn Euch beiden die Familienwohnung gehört.

 

Und wenn nur dir die Wohnung gehört?

Zwar könnte man meinen, dass es ein Glücksfall ist, wenn es dein Haus oder deine Wohnung ist, in die dein Soon-to-be-Ex gezogen ist, vor allem weil du dann keine Umzugskosten zu tragen hast.

Aber ich finde es wesentlich schwieriger, einen unwilligen toxischen Soon-to-be-Ex aus dem Haus rauszubekommen, wenn man selbst keine härtere Gangart wählen möchte.

Es sind viele Faktoren dabei, die du nicht kontrollieren und beeinflussen kannst – wo er hinzieht und vor allem was er den Nachbarn erzählt, die ja deine Nachbarn bleiben werden.

Was genau in deiner Situation die richtige Strategie ist besprichst du mit deinem Rechtsbeistand.

 

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Schritt 3: Es ihm sagen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, dem Soon-to-be-Ex zu sagen, dass du ausziehst?

Je nachdem, wie brutal er ist, umso später. Wenn du einen Tag für das Gespräch festgelegt hast, sichere dich vorher ab, damit du mit deinem Kind zur Not direkt zu einer Freundin oder ins Frauenhaus gehen kannst, falls er durchdreht.

Also wenn du nur die geringste Ahnung hast, dass er körperlich übergriffig werden könnte, obwohl er das noch nie zuvor gemacht hat, dann zögere das Gespräch so weit wie möglich nach hinten heraus.

Dein Anwalt bzw. deine Anwältin wird dich beraten.

Für alle anderen narzisstischen Nicht-Schläger gilt: Je früher du es ihm sagst, umso mehr Möglichkeiten hat er für die nächste Stufe von emotionalem Missbrauch.

Zuerst den Anwalt, dann die Wohnung, dann das Trennungsgespräch.

So sollte es im Idealfall für dich sein.

 

Schritt 4: Unterstützer-Netzwerk ausbauen

Hast du Familie in der Nähe, mit der du dich austauschen kannst und die dir Kraft und Mut gibt?

Hast du eine oder zwei stabile Freundinnen, die dir beistehen können?

Ein ausgeglichenes Netzwerk an UnterstützerInnen ist schon verdammt viel wert, und du darfst dich glücklich schätzen.

Falls das noch nicht der Fall ist, dann musst du dich darauf konzentrieren, eins aufzubauen. Das braucht seine Zeit, keine Frage – also besser, du fängst schon heute damit an!

Du bist herzlich in meine kostenlose Facebook-Gruppe der starken Mütter eingeladen. Hier kannst du dich austauschen und Mut und Kraft schöpfen, und bekommst viele gute Tipps für deinen Weg von anderen Müttern, die ihn schon gegangen sind.

Nur eins: Eine Facebook-Gruppe mit Müttern, die einen toxisch-narzisstischen Ex haben, machen ganz andere Erfahrungen nach der Trennung als Mütter mit psychisch gesunden Vätern, die relativ stressfrei die Kinder miteinander großziehen können.

Das kann am Anfang ganz schön beängstigend sein, wenn man die Geschichten von diesen Frauen mitbekommt.

Deine Reise wird ganz einzigartig sein. Keine gleicht der anderen bis aufs i-Tüpfelchen.

Der gemeinsame Nenner ist die emotionale Aggressivität, die der toxische Ex an den Tag legt, und wie wir damit am besten umgehen, damit wir für unsere Kinder wieder starke Mütter werden.

Wenn du das nachvollziehen kannst, dann ist eine virtuelle Gruppe von Unterstützerinnen eine große Hilfe.

Wenn dir Facebook selbst zuwider ist, biete ich auch noch den exklusiven Club der mutigen Mütter an – hier geht es ruhiger und klarer als auf Facebook zu – wie eine Art Geländer, an dem du dich anfangs noch festhalten kannst.

Kurz auf einen Nenner gebracht:

Du besteigst einen großen Berg nicht an einem Tag. Du gehst den Weg Schritt für Schritt, und mit Kind musst du langsamer gehen.

Aber es ist zu schaffen – es haben schon viele vor dir geschafft, und du wirst es auch packen!

 

Falls du dich bereits getrennt hast – hast du noch mehr Tipps für eine Mutter, die kurz vor ihrem Auszug steht? Dann schreib sie doch bitte in die Kommentare weiter unten, damit alle, die nach dir kommen, davon profitieren können. Merci!

 

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