Die 3 wichtigsten Schritte, wenn du glaubst, dein Partner ist ein Narzisst und du hast keinen Plan, ob du gehen sollst

Feb 1, 2019 | 0 Kommentare

Sweetheart, mein Herz ist bei dir! Jede von uns Müttern mit einem toxischen Ex-Partner steckte mal genau in dieser Situation, in der du heute bist.

Du glaubst, du bist mit einem Narzissten zusammen, willst ihn aber nicht vorverurteilen, weil das ja nicht fair ist?

Vielleicht ist es auch nur eine Phase, und du musst jetzt für Euch beide stark sein, denn schließlich hattest du dir vorgenommen „in guten wie in schlechten Zeiten“ zu deinem Mann zu stehen?

Ob dein Mann wirklich eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, kann nur ein fundierter, wissenschaftlicher Test herausfinden. Psychologen und Psychiater dürften sich in der Regel gut auskennen und wären zumindest offiziell dazu berechtigt, den Test abzunehmen und auszuwerten.

Allerdings gehört es zu einem der wesentlichen Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, dass diese Menschen davon überzeugt sind, stets im Recht zu sein und über allem zu stehen.

Wer einen waschechten Narzissten davon überzeugen will, sich auf diese Persönlichkeitsstörung hin testen zu lassen, dürfte null Erfolg damit haben. Warum sollten sie das auch tun? Mit ihnen stimmt doch alles, die anderen sind doch so unfähig!

Meine Frage an dich: Wieso brauchst du einen offiziellen Beweis?

Reichen dir die Beweise nicht, wie er dich behandelt?

Ich habe dazu schon einmal vor einiger Zeit einen Blogartikel geschrieben, der so ziemlich umfassend darstellt, wie Narzissten oder andere toxische Menschen mit ihren Partnern umgehen und wie du deine Wahrnehmung selbst testen kannst.

Es gibt einen großen Unterschied, ob sich jemand in einer Lebensmitte-Krise zurückzieht und depressiv wird oder ob fundamentale Persönlichkeitsdefizite vorliegen, die sich durch das gesamte Leben ziehen, vor allem was die Einstellung zu Werten, Zuverlässigkeit und Integrität angeht.

Vor allem aber solltest du danach schauen, was das Leben zusammen mit dem Mann mit dir macht.

 

Dein erster Schritt – die Innenschau

Frage dich selbst: Welche Frau bin ich mittlerweile geworden?

Wenn du dich daran zurück erinnerst an die Zeit, bevor du diesen Mann kennengelernt hast – wie warst du da drauf? Warst du mutig, lustig, voller Tatendrang und Energie?

Und wie schaute es damals mit deinem Selbst-Bewusstsein aus?

Im Vergleich zu heute – wieviel ist davon noch übrig?

Oh, ich weiß, das ist jetzt vielleicht nicht so schön, wenn du Bilanz ziehen musst. Und ich vermute stark – sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen – dass sie im Vergleich zu heute ziemlich miserabel ausfällt.

Es ist für uns empathische Frauen und Mütter eine Falle zu denken, dass wir unseren Männern helfen und Verständnis dafür haben müssen, wenn sie sich unter aller Sau uns gegenüber benehmen und der Grund für dieses Verhalten bestimmt kuriert werden kann.

Und wir ihnen währenddessen tapfer die Hand halten, auch wenn sie uns anschreien.

Leider gelingt das Auskurieren nur bei einem verschwindend geringen Teil bis überhaupt nicht. Zumal eine Therapie einen intensiven Willen zur Veränderung und die Mitarbeit des Mannes erfordert, was – siehe oben – in der Regel fehlt.

Die Frage, die du dir eher stellen müsstest:

Wie könnte mein Leben aussehen, wenn ich nicht mehr mit ihm zusammen lebe und wieder zu der lebenslustigen, energiereichen und positiven Frau werde, die ich früher einmal gewesen bin?

Mach dir nichts vor – du bist immer selbst dafür verantwortlich, wie dein Leben gerade läuft. Nicht der Ex. Nicht dessen Mutter. Und auch nicht der böse Chef, der dir deinen Teilzeitjob vergällt.

Dein aktuelles Leben ist das Ergebnis der Entscheidungen, die du getroffen – oder halt auch nicht getroffen – hast.

Das Gute daran: du kannst immer wieder neue Entscheidungen treffen, um dein Leben zu verändern. Auch wenn diese Entscheidungen dann schwieriger sind – weil du gerade einfach in einer schwierigen Lebensphase steckst, in der es weder vor noch zurück zu gehen scheint.

Aber es geht.

Du kannst auch einen großen Dampfer (sprich du mit den Kindern und allem Pipapo, was dazu gehört) in eine Kehrtwende bringen – du brauchst nur mehr Platz als ein Eine-Frau-Kajak.

 

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Dein zweiter Schritt – informiere dich

Informiere dich gut über die toxischen Persönlichkeitsstörungen – schwerpunktmäßig über Narzissmus. Dann bist du einigermaßen im Bilde und kannst bestimmte Verhaltensweisen leichter einordnen und hörst endlich damit auf, an deiner Wahrnehmung zu zweifeln.

Die Informationen sind wirklich zuhauf im Internet zu finden. Es gibt einige sehr gute Blogs da draußen, z.B. Umgang mit Narzissten oder auch Narzissmus-Bindungsangst.

Anschließend kannst du dich dann hier bei mir einlesen, was es für eine Mutter im Alltag bedeutet, sich nach der Beziehung das Sorgerecht mit einem toxischen Ex-Partner zu teilen.

Ich fokussiere mich hier übrigens nicht auf das Thema Narzissmus, sondern will dir zeigen, wie du mit dem Ergebnis seiner Handlungen im Alltag umgehen kannst.

Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, mich gar nicht erst in die Narzisst-oder-doch-Borderliner?-Diskussion einzulassen.

Unterm Strich haben wir Mütter mit diesen Ex-Partnern das gleiche Problem: die toxische Energie, die unser eigenes Leben und das unserer Kinder maßgeblich beeinflusst.

Ich will ihn nicht erklären. Ich will nicht, dass du deine Gedanken ständig um ihn kreisen lassen musst. Und was glaubst du, wie egal es mir ist, ob dein Soon-to-be-Ex tatsächlich eine waschechte narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.

 

Dein dritter Schritt – vernetze dich

Auf Facebook gibt es zudem sehr viele Gruppen, die sich mit der Thematik Narzissmus befassen, aber die meine ich hier nicht mit diesem Schritt. Wenn du dich nämlich vorher mit dem Thema eingehend befasst hast, solltest du die Recherche auch irgendwann mal beenden, denn es kommt ein Zeitpunkt, an dem es einfach keine Neuigkeiten mehr gibt.

Dann ist es auch mal gut.

Ich meine vielmehr Müttergruppen, in denen du dich mit anderen Müttern austauschen kannst, die in einer ähnlichen Lage sind wie du. Die dir helfen, die auf dich zukommenden Hürden und das Ungewisse leichter zu umschiffen.

Ich selbst coache in meiner eigenen Facebook-Gruppe der starken Mütter, aber es gibt auch andere, die recht wehrhaft sind, wie z.B. die Mütterinitiative oder auch Nein zum Wechselmodell per Zwang. Du bekommst dort wirklich viele gute Tipps und Unterstützung.

Nur über eins musst du dir im Klaren sein: Du darfst dich nicht ins Bockshorn jagen lassen, wenn du Stories von Müttern liest, die gerade Schlimmes durchmachen.

Da denkt jede Außenstehende sofort „Oh Gott, wenn mir das auch noch blüht!“

Und das ist jetzt ganz besonders wichtig, vor allem, wenn du noch vor der Trennungsentscheidung stehst:

Du bringst in das Trennungsszenario von einem toxischen Ex immer eigene Variablen mit:

Den erstens ganz eigenen, toxischen Ex mit seiner individuellen Ausprägung und Energie (und seinem Standing und Vermögen und Connections und maligner Ausprägung und und und);

dann den eigenen Anwalt oder die eigene Anwältin, die eher nicht den Fall der anderen Mutter, über dessen Ausgang du jetzt gerade bestürzt sein magst, vertreten haben wird;

den eigenen Richter, die eigenen Verfahrensbeistände für das Kind und die eigenen Jugendamtsmitarbeiter.

Solltest du also tatsächlich vor Gericht landen, dann liegt darin auch stets eine ganz individuelle Dynamik, je nachdem, welche Beteiligten in dem Verfahren auftauchen. Und das weißt du heute halt nicht, sondern erst danach.

Eine Trennung von einem toxischen Ex kann sogar viel ruhiger und unspektakulärer ablaufen als geahnt – das kriegst du natürlich nicht so mit, weil das dann nicht in den Foren und Gruppen diskutiert wird wie die Fälle, in denen sich alles gegen die Mutter verschworen zu haben scheint.

Es gilt: Cool bleiben und die Faktoren im Auge behalten, die du wirklich selbst beeinflussen kannst.

Indem du dir einen wirklich guten Anwalt oder gute Anwältin besorgst, und indem du dafür sorgst, dass du finanziell gesund bleibst und möglichen Abhängigkeiten den Nährboden entziehst.

Klar wirst du auch Fehler machen. Logo. Es gibt einige Mütter, die sich Jahre danach noch in den Hintern beißen, weil sie den einen oder anderen Aspekt außer Acht gelassen haben.

Aber mach nicht den Fehler, dein Leben weiterhin an einen Mann zu verschwenden, der dich auf Dauer nur krank machen wird.

Denn viele, viele Jahre in dem Irrsinn zugebracht zu haben ist ein Fehler, den sich die meisten Mütter später kaum verzeihen können.

 

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