Teil I: Ich will nicht, dass mein Kind ins Umgangswochenende geht!

Apr 25, 2017 | 0 Kommentare

Hand aufs Herz: Wie geht es dir mit den Umgangswochenenden? Wenn du meinen Königinnen-schaffen-das Leitfaden schon heruntergeladen hast, dann weißt du ja bereits, wie du am besten damit umgehst, wenn du bei der Kindübergabe Aug in Aug deinem Ex gegenüber stehen musst.

Aber was ist mit deinen Gefühlen, das Kind komplett übers Wochenende dem Ex zu überlassen?

Falls du zum Umgang vor Gericht gezwungen wurdest, obwohl dein Ex dir gegenüber gewalttätig geworden ist, dann kann sich wohl kein anderer Mensch richtig vorstellen, was es für dich als Mutter heißt, dein Kind abgeben zu müssen.

Neben solchen Fällen gibt es aber eine Reihe von anderen Umgangssituationen, die uns Müttern heftig zu schaffen machen können:

  • Du trauerst noch um Eure Beziehung und willst nicht allein am Wochenende daheim hocken müssen, während der andere Teil der Familie zusammen ist.
  • Dein Ex ist ziemlich verantwortungslos, und du hast Angst um dein Kind.
  • Dein Ex hat eine neue Freundin – und dein Kind komplettiert am Wochenende das neue Liebesglück.

Diese drei Themen sind für sich genommen jeweils so umfangreich, dass ich mich entschieden habe, daraus eine Mini-Serie zu schreiben, um jedem einzelnen einigermaßen gerecht zu werden.

Starten wir also heute mit Teil 1:

Du trauerst und willst nicht allein sein

Gerade am Anfang ist das ein schwerer Brocken, den wir bewältigen müssen.

Die Beziehung ist zerbrochen – aus welchen Gründen auch immer – und selbst wenn du diejenige warst, die die Reißleine gezogen hat, kann es ein blödes Gefühl sein, wenn du spätestens zwei Wochen nach dem Auszug dein Kind oder deine Kinder abgibst und auf einmal in der leeren Bude hockst.

Allein.

Während der Ex mit den Kindern lustige Sachen unternimmt.

Alle haben Spaß miteinander und sind zusammen, nur ich bin allein…

Um nicht restlos in unkonstruktivem Selbstmitleid zu versinken, kannst du dich hingegen entscheiden, das Beste aus der Situation für dich zu machen.

Was spricht eigentlich dagegen, jetzt mal alles rauszulassen, was dir an Wut oder Trauer auf dem Herzen liegt? Du hast keine kindlichen Ohren und Augen im Raum, die das mitbekämen.

Das Umgangswochenende ist der perfekte Zeitpunkt für deine aktive Trauerarbeit.

Du darfst weinen und rumwüten – wenn diese Gefühle in dir sind, dann solltest du ihnen auch nachspüren und sie wahrnehmen, damit du sie anschließend loslassen kannst.

Es gibt dazu sehr schöne und ermutigende Abschiedsrituale. Vielleicht ist es in den ersten Wochen noch zu früh dafür, aber du wirst wissen, wann deine Zeit dafür reif ist.

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So könntest du z.B. überlegen, ob du die Träume, die du für Eure Familie hattest, auf Zettel schreibst und anschließend in einer Feuerschale verbrennst.

Oder mal deine ganze Wut herausbrüllst (habe ich z.B. gemacht und den Wutanfall aufgenommen. Mann, tat das gut!).

Oder ganz simpel alles herunterschreibst, was in dir brennt.

Falls deine beste Freundin in der Nähe ist, lade sie zum Mädelsabend zu dir ein. So wie früher, als du noch keine Kinder hattest. Oder Ihr zieht um die Häuser (horch aber genau in dich hinein, ob dir diese Option im Moment nicht doch zu laut wäre.)

Die Umgangswochenenden geben dir eine Gelegenheit, genau nachzuspüren, was dir jetzt gut tut und was du tatsächlich brauchst.

Wenn man jahrelang darauf getrimmt gewesen ist, das Wohl der Familie zu managen, dann ist das eine Sache, die du vielleicht neu lernen musst.

Und da passt es perfekt, dass du dich voll auf dich konzentrieren kannst und deine Kinder nicht da sind.

Ist es nicht schön, dass die Kids an ihrem Umgangswochenende abgelenkt sind und viel Spaß haben werden? Ist das nicht sehr beruhigend für dich?

Ich kann dir nicht sagen, wie lang du für diese Trauerphase brauchen wirst – aber ich kann dir versprechen, dass sie irgendwann einmal vorbei ist und du später auf die Umgangswochenenden nicht mehr verzichten möchtest.

Einfach, weil sie dir Freiheit schenken, die du für deine persönliche Entwicklung brauchst.

Wobei ich nicht denke, dass du allein dich jetzt gefälligst weiterentwickeln musst 😉 sondern weil ich der festen Überzeugung bin, dass jeder Mensch sich ständig weiter entwickeln sollte, um zu seinem persönlichen und authentischen Glück zu finden.

Das war’s mit dem ersten Teil. Wie denkst du darüber? Ich freue mich über deinen Kommentar weiter unten!

Nächste Woche schreibe ich darüber, wie du am besten damit umgehst, wenn dein Ex eher zur verantwortungslosen Sorte von Vater gehört und du dir richtig Sorgen darüber machst, dass deinem Kind während des Umgangswochenendes etwas passieren könnte.

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