Sommer mit toxischem Ex: So überstehst du die Ferien als getrennte Mutter

Für Mütter mit einem toxischen Ex sind die Sommerferien oft die härteste Zeit des Jahres: Der schützende Schul-Rhythmus fällt weg, Ferienabsprachen werden zur Eskalationsbühne, und der Wechsel des Kindes zum Ex löst Leere, Kontrollverlust und Angst aus. Dieser Artikel zeigt dir, warum die Ferien alles verschärfen und mit welchen drei konkreten Strategien du gestärkt durch den Sommer kommst.
Na, freust du dich schon auf den Sommer? Auf die Sonne, Ferien, vielleicht sogar Sandstrand, keine Termine und Schulbrote um 6 Uhr schmieren, abends Grillabende mit lieben Freunden und herumwuselnden Kindern, lauen Sommerabenden und gaaaanz viel Leichtigkeit?
Oder merkst du nur, wie sich allein beim Gedanken an den Sommer eine dunkle Wolke über dein Gemüt legt? Denn in deinem Kopf verbinden die Synapsen Sommer mit Ferien mit Abstimmung mit Verzicht auf das Kind für mehrere Wochen und last but not least mit einem toxischem Ex, der es genießt, dir die Freude am Leben zu vermiesen. Allein, weil er es kann!
Ja, für uns Mütter mit einem toxischen Ex hat der Sommer zuerst einmal alle Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren.
Das Problem
Schon Monate vorher – am besten noch im dicksten Winter – sollten die Ferienabsprachen getroffen sein. Das wäre mal das Ideal. In der Realität eher selten der Fall, und wenn, dann hält er sich sehr wahrscheinlich nicht daran und sorgt für unangenehme Last-Minute-Überraschungen.
Standardmäßig werden die 6 Wochen Schulferien aufgeteilt: 3 Wochen er, 3 Wochen du. Und dazwischen viele dynamische Faktoren, je nachdem, ob kurz davor noch schnell ein Gerichtsverfahren vom Damm gebrochen wird und alle Variablen gründlich und unplanbar durcheinanderwirbelt.
Aber selbst, wenn das nicht passiert und der Sommerurlaub kurz vor der Tür steht, gibt es jede Menge Gelegenheiten, um dich wirklich aufzuregen: Bringt er das Kind pünktlich nach dem Umgang zurück, damit du pünktlich deine Reise antreten kannst? Unterschreibt er alle Papiere rechtzeitig? Rückt er den Pass raus, oder schikaniert er dich damit, weil er weiß, dass du mit dem Kind nach Malle fliegen willst?
Und dann der Wechsel: Dieser Schmerz, dieses irreale Gefühl, wenn du dein kleines Kind abgibst und es dann für 3 Wochen nicht mehr sehen darfst, weil es Ferienumgang mit seinem Vater hat.
Mein eigenes Kind ist mittlerweile 18 – aber ich kann dir versichern, dass es mir noch heute schwerfällt, mit diesem Gedanken wirklich Frieden zu schließen.
Aber auch das Gegenteil ist anstrengend: Wenn der Vater gar keinen Ferienumgang wahrnimmt und du 6 Wochen am Stück für deine Kinder sorgen musst – mit Spiel, Spaß, Haushalt und einem Chef, der dir leider keine 6 Wochen Urlaub geben kann.
Die Ambivalenz in dieser Situation
Der neutrale Leser mag vielleicht denken: Was willst du denn jetzt, Heidi? Können es euch die Kerle denn gar nicht recht machen?
Woraufhin ich entgegen würde: Hab du mal einen toxischen Ex, dann wirst du nachempfinden können, dass in einer Situation nach der Trennung, die diese Frage aufwirft („Wie teilen wir die Ferien auf?“) die Haltung das entscheidende Kriterium ist, die für Erleichterung oder für unglaublich viel Frust, Panik und Zermürbung sorgt.
Ohne Frage: Ein liebevoller Vater, von dem man sich getrennt hat, übernimmt Verantwortung und selbstverständlich die 3 Wochen Ferienanteil. Dadurch, dass man weiß, dass er nicht schlecht über die Mutter herziehen wird (weil er weiß, was das mit dem Kind macht), kann eine Frau das Kind auch leichteren Herzens ziehen lassen. Und sich während dieser Zeit voll auf ihren Job konzentrieren und am Wochenende die sturmfreie Bude genießen.
Aber mit einem Kindsvater auf der anderen Seite, der alles unternimmt, um die Kinder negativ zu beeinflussen und gegen die Mutter aufzuhetzen, ist das eine ganz andere Story. Oder würdest du dein Kind gerne in ein Sommercamp abgeben, von dem du weißt, dass dort jeden Tag eine Gehirnwäsche stattfindet und das Kind keine Gelegenheit haben wird, die Mutter anzurufen, wenn es das möchte?
Alleine die Ferien mit Kind (oder mehreren Kindern) stemmen zu müssen ist hart. Alleine zu sein, wenn das Kind währenddessen bei einem pathologischen Narzissten und Lügner ist, der in der Vergangenheit unverantwortlich gehandelt hat, auch.
Daher verspricht ein Sommer für Mütter mit einem toxischen Ex alles andere als Leichtigkeit und Freude.
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Die anstehenden Ferien verschärfen alles
Der Alltag mit Schule und Kiga gibt Struktur und damit auch Halt: Feste Zeiten, feste Regeln, feste Rituale, abgestimmte und eingespielte Umgänge.
Irgendwann läuft es mehr oder weniger gleichmäßig, selbst mit einem toxischen Ex.
Ferien – und hier insbesondere die Sommerferien – brechen dieses mühselig errichtete Stabilitätskonstrukt wieder auf.
Keine festen Schulzeiten mehr, keine Termine. Alles muss neu abgestimmt werden, denn Ferienumgang toppt regulärer Umgang in der Regel. Hat man auch nur ein Detail vergessen rechtzeitig abzustimmen (z.B. die an den Ferienumgang anliegenden Umgangswochenenden) steht man am Ende wieder mit einem großen Fragezeichen da und kann keine Pläne machen.
Kinder langweilen sich schnell, das Home Office wird zur Falle, und Kochen muss man dann auch noch.
Zusammengefasst sprechen wir hier von zwei Polaritäten in den Sommerferien:
Da sind die Mütter, die in der stillen Wohnung allein hocken und die Mütter, die zu wenig Stille haben, weil sie keine Entlastung haben.
Dazu werden Scheunentore für die Angst aufgemacht: Bringt er das Kind nach dem Ferienumgang wieder zurück? Besonders heftig, wenn der Ex Ausländer ist und in den Sommerferien endlich die Familie in der Heimat besuchen will. In den Sommerferien lohnt es sich wenigstens. Vollkommen verständlich, aber spätestens seit „Nicht ohne meine Tochter“, dem Horrormovie schlechthin, sind Mütter nicht ohne Sorge bei dem Gedanken, dass der Ex alle Brücken hier in Deutschland abbrechen und für immer in sein Heimatland zurückkehren könnte.
Aber auch deutsche Väter haben es sich schon herausgenommen, einfach die Kinder nach dem Ferienumgang nicht mehr zurückzubringen und Fakten zu schaffen. Die Sorge darüber ist also nicht aus der Luft gegriffen.
Die drei zentralen Schmerzpunkte für uns Mütter im Sommer:
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Die Leere, wenn das Kind weg ist – und was das emotional für uns bedeutet: Gefühle von Schuld und Sorge, was mit dem Kind passiert, überschwemmen uns.
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Kontrollverlust – wir müssen loslassen, was wir nicht kontrollieren können. Und das ist schwieriger (und unnatürlicher), je kleiner das Kind ist. Gerade, wenn es dann lange Zeit bei einem uns böse gesonnenen Ex-Partner ist.
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Angst vor den Eskalationsmöglichkeiten, die der Ex-Partner nun zur Verfügung hat. Er dominiert die Bühne für allerlei narzisstisch-toxische Spielchen wie kurzfristige Planänderungen, Erreichbarkeitskämpfe und Reisepass-Dramen.
Was dir dann wirklich hilft
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Deine Vorbereitung auf den Sommer ist das A und O. Fixiere rechtzeitig vorher alles schriftlich, was geht. Gib dir selbst mehr Zeit zwischen vereinbarter Übergabe und eigenem Reiseantritt. Und schraube deine Erwartungen zwar herunter, aber ergib dich nicht von vornherein dem Sodom und Gomorrha-Gedankenkarussell. Sonst manifestierst du es noch wirklich!
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Lerne, mit der Leere in der Wohnung besser umzugehen. Betrachte es nicht als Strafe für all deine Fehler, die du in der Vergangenheit gemacht hast, sondern fülle sie mit schönen Erlebnissen. Welches Hobby wolltest du schon längst einmal angehen? Das ist deine Gelegenheit. Misch dich vor allem unter Menschen und lerne neue Leute kennen. Das hilft enorm.
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Greif nicht jede Provokation deines Ex auf. Es gibt bestimmte Energieseile, die dein Ex dir zuwirft, die du gar nicht erst auffangen musst, weil im Grunde vollkommen irrelevant. Lerne zu unterscheiden, was für das Kind wirklich wichtig ist.
Bist du schon Mitglied in meinem Club der mutigen Mütter?
Sei Teil einer exklusiven Gemeinschaft und lerne, die Wellen souverän zu nehmen, die der Ex immer wieder aufwirft.
Die Elternschaft mit einem toxischen Ex ist ein Marathon, kein Sprint
Ich kann dir versichern: Du wirst von Jahr zu Jahr trainierter darin, diese Zeit besser zu managen und zu gestalten. Dein Kind wird größer und reifen, und du wirst mehr und mehr Gelegenheiten haben, das Loslassen zu üben.
Nur: Wissen allein hilft nicht. Es kognitiv begriffen zu haben heißt noch lange nicht, es auch in der Realität umsetzen zu können! Daher gilt mein Credo: Umgib dich mit anderen Müttern, die alle in einer ähnlichen Situation sind wie du, damit du dich von ihnen inspirieren lassen kannst, wie es auch gehen kann.
Keine Frau muss durch diese Phase ihres Lebens alleine gehen! Meiner Meinung nach geht das auch gar nicht. Gerade die Gemeinschaft – selbst eine virtuelle wie der Club der mutigen Mütter – ist hier unschätzbar wertvoll und hilft bei allen großen und kleinen Fragen des Alltags.
Gerade der Sommer ist nicht nur ein Moment, in dem du jetzt diesen Artikel liest, ihn verstehst und abnickst. Der Sommer ist eine Abfolge von mehreren Wochen, in denen du und dein Mindset aufs Äußerste gefordert sind. Da darfst du jede Hilfe annehmen, die sich dir anbietet!
Aktuell biete ich noch bis zum 30.6.26 als zusätzliches Goodie für alle neuen Jahresabonnentinnen die „Sommer ohne Angst“-Aktion an: Inklusive Zugriff auf Workshop und Workbook für die beste Vorbereitung und zum mentalen Durchhalten durch die stressigste Zeit im Jahr.
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Nun aber zu dir, meine Liebe: Wie erlebst du die Sommer in der Elternschaft mit deinem toxischen Ex? Welche Blüten hat er schon gebracht? Ich freue mich auf deinen Kommentar weiter unten. Merci!
Mehr über mich
Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und seit 2017 begleite ich Mütter, die mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft stemmen müssen. Meine Mission ist es, Mütter zurück in ihre Stärke finden zu lassen – damit sie starke Kinder großziehen können.
Wenn du mehr Impulse und Unterstützung möchtest, folge mir gerne auf YouTube und Instagram.
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