Ein Tag vor Silvester 2014. Mein damals 6jähriger Sohn ist bei seinem Papa. Man steht zusammen mit Nachbarn auf der Straße und macht Smalltalk. Auf einmal wird mein Sohn scherzhalber gefragt: „Und wie sehen deine Vorsätze fürs neue Jahr aus?“ Mein Sohn schaut den Nachbarn nur an und erwidert: „Wir haben keine Vorsätze. Wir haben Ziele.“

Mein Ex hat mir die Geschichte bei der Kindübergabe am nächsten Tag dann mit einem breiten Grinsen im Gesicht erzählt. Mein Sohn! Hach, was war ich stolz! Er hatte es verstanden!

Dann kam der Stresstest beim Silvesteressen mit Freunden. Ich erzählte die Geschichte natürlich im Beisein vom Bub, der Stolz quoll mir aus jedem Knopfloch. Ein Freund hakte daraufhin gleich nach: „Ja, was sind denn jetzt deine Ziele für 2015?“ Darauf die Antwort: „Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall mehr Chips essen!“

Tja, da werde ich wohl meinem Sohn doch noch etwas mehr erklären müssen, was genau es mit den Zielen auf sich hat 🙂

Aber du weißt über Ziele schon Bescheid, oder?

Du kennst das wahrscheinlich schon vom Job: „Management by Objectives“ – Führen mittels Zielen – ist ein gängiges Instrument in Industrie und Business. Strategische Ziele werden von oben vorgegeben, die Ziele der Abteilung und des einzelnen Mitarbeiters daran ausgerichtet. An dieser Stelle sollte ich gestehen, dass ich nicht wirklich ein Fan von diesem Führungsinstrument bin. In der Regel ändern sich die Gegebenheiten, die Basis für die Zieldefinition waren, viel zu schnell – sehr oft sind die Ziele bereits innerhalb von drei Monaten schon wieder obsolet. Und man kann sich wenig oder kaum mit ihnen identifizieren.

Das ist im persönlichen Umfeld natürlich anders – daher macht das auch viel mehr Spaß!

Wenn du jetzt im Neuen Jahr deine Ziele definierst, dann klammere trotzdem den beruflichen Aspekt nicht aus. Formuliere die Ziele, die du deinem Chef so nicht sagen würdest oder könntest, aber die für deine persönliche Entwicklung und berufliche Erfüllung ungeheuer wichtig sind. Und behalte sie mit Feuereifer und einer gehörigen Portion Ehrgeiz im Auge.

Die berufliche Erfüllung ist natürlich nur ein Aspekt, den du bei deiner Zielsetzung beachten solltest. Welche anderen Bereiche gibt es noch?

Klar: die privaten Ziele.

Formuliere sie klar und deutlich, setze dir realistische Termine, bis wann du sie erreicht haben möchtest.

Ich bin jedes Jahr aufs Neue verblüfft, auf welche magische Art und Weise meine Ziele immer wieder in Erfüllung gehen. Zumindest die, die ich sehr energisch und klar definiert habe 🙂 Larifari Ziele bleiben Buchstaben auf dem Papier. Meistens ahne ich das schon beim Aufschreiben…

Es ist, als ob man sich selbst programmiert. So, auf diesen Weg gehst du jetzt, Körper!

Meistens ahnst du auch schon, welche Stolpersteine sich dir in den Weg legen werden. Vielleicht ist es so, dass du im kommenden Jahr deinen Scheidungstermin hast 🙁 Oder es steht eine wichtige OP an.

Deshalb dürfen wir auch den dritten Bereich nicht vernachlässigen:

Welche Herausforderungen wirst du im kommenden Jahr meistern?

Du kannst dir heute schon überlegen, wie du damit umgehen wirst. Was brauchst du, damit du die Hindernisse überwinden kannst? Was kannst du schon heute dafür tun? Ist dir angst und bange davor?

Such dir Hilfe, plane, bereite dich vor. Es gibt noch genug Situationen, die vollkommen überraschend daherkommen und dich umhauen werden. Für die, die du jetzt schon absehen kannst, stellst du dir selbst rechtzeitig einen Stuhl hin, damit du nicht auf den Boden fällst. Und sorgst vielleicht für eine Hand an deiner Seite, die dir wieder hoch hilft.

Hast Du Wünsche, die du dir erfüllen möchtest?

Falls Kohle nicht im Übermaß vorhanden ist, macht es Sinn, große Ausgaben zu planen bzw. damit zu rechnen. Dein Kühlschrank ist alt und verbraucht zu viel Strom? Du fragst dich jedes Jahr aufs Neue, ob dein Auto den nächsten TÜV-Termin schafft? In dem Fall lege ab sofort Geld zur Seite, damit du dir teure Neu-Anschaffungen auch leisten kannst. Wenn möglich ohne Schulden bitte… du kennst das ja schon von mir 😉

Vielleicht planst du aber auch mal wieder eine Weiterbildung für dich ein? Etwas, was dein Chef per se nicht bezahlen, aber was dir persönlich unglaublich viel bringen würde. Du kannst ihn ja fragen, ob sich die Firma beteiligen würde, wenn es sich z.B. um ein teures Zweitstudium neben dem Job handelt. Mir selbst war das immer irgendwie zu blöd. Ich fühlte mich dann gleich im Rechtfertigungsmodus, da habe ich die Sachen, die ich lernen wollte, lieber sofort selbst bezahlt und dann im Jahr darauf in der Steuererklärung angegeben.

Last but not least: In welchen Bereichen musst du noch lernen?

Jetzt mal unabhängig von deinen Seminar- und Weiterbildungswünschen beruflicher Natur: Es gibt bestimmt private Bereiche, in denen es dir gut tut, wenn du noch etwas dazu lernst oder dich verbesserst. Du aktiv an der Beziehung zu den liebsten und wichtigsten Menschen arbeitest. Indem du dir z.B. Fach- und Selbsthilfeliteratur besorgst. Oder an – oft kostenlosen – Webinaren von anderen Blogs teilnimmst, die sich auf dein Thema spezialisiert haben.

Damit es im Gebälk nicht zu sehr knirscht und du alle stabilisierenden Säulen deines Lebens (Familie – Freunde – Job – Gesundheit) pflegst und erhältst.

Zusammengefasst sieht das dann so aus:

Zieldefinition für das neue Jahr (c) Heidi Duda

Schreibe deine Antworten in jedem Fall auf (das ist wichtig!), damit du dich so selbst programmieren kannst. Hänge das Ergebnis dann irgendwo auf, sodass du immer mal wieder einen Blick auf deine Ziele werfen kannst. Mach das am besten sofort.

Ich bin überzeugt, dass diese Magie auch bei dir funktionieren wird und du das schaffst! Vielleicht magst du mir Ende nächsten Jahres in den Kommentaren unten schreiben, welche Ziele du umgesetzt hast? Ich freue mich auf deine Nachricht!

Heidi