Welche Grenzen brauchst du mit einem narzisstischen Ex?

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Vor einiger Zeit schon hatte ich die Frage gestellt, welche Grenze sich die Mamas bislang noch nicht erlaubt haben zu setzen und für die es jetzt Zeit ist.

Es ist spannend, welche Antworten dabei herauskamen!

Und es machte mir deutlich, dass das Thema Grenzen setzen können nicht bei allen vollkommen klar ist.

Was heißt es eigentlich, Grenzen zu setzen? Und was bedeutet es auf keinen Fall?

Grenzen setzen heißt immer, dass du für dich persönlich Grenzen aufstellst. Die dich und deine Person – sei es deine physische Persona oder auch dein Innerstes – schützen.

Stell es dir vor, du bist ein großes Haus und stehst inmitten von herrlichem Grün und duftenden Blumen. Der Zaun, der deinen Vorgarten von den Passanten auf der Straße und vor parkenden Autos schützt, wäre schon einmal die erste Grenze, die du aufstellst.

Wer darf denn so in deinen Vorgarten?

Bestimmt der Postbote oder der Paketdienst, und ganz sicher liebe und geladene Gäste. Der abendliche Hausierer oder die Zeugen Jehovas würdest du sicher gleich am Zaun abwehren, leicht und klar würdest du auf dieser Grenze – das Gartentor – bestehen.

Bei Spendensammlern vom Roten Kreuz wird es da schon schwieriger, denn du möchtest gerne Gutes tun, spürst aber, dass dir das Vorgehen zu aufdringlich ist.

Sollte aber jemand jetzt auf der Straße vor deinem Haus so knapp einparken, dass er ein anderes Auto blockiert (egal ob deins oder ein anderes), und du schreist über den Zaun, dass er gefälligst einen anderen Parkplatz suchen soll, dann hat das mit Grenzensetzen nichts zu tun.

Du bist einfach nicht mit seinem Verhalten einverstanden. Ist ja auch ok und absolut nachvollziehbar.

Ist aber keine Grenze!

Kommt der Typ allerdings an die Gartentür und möchte eine Diskussion anfangen, dann stellst du sicher, dass er nicht durch die Gartentür kommt, indem du z.B. die Hand hebst und so ein Stoppsignal sendest.

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Übertragen auf deine Situation heißt das

Wenn du deinen toxischen Ex zusammenstauchst, weil er sich unverantwortlich gegenüber eurem Kind verhält, so setzt du ihm keine Grenze. Sondern du zeigst ihm lediglich auf, womit du nicht einverstanden bist.

Holt er allerdings das Kind immer zu spät und unregelmäßig von dir ab, dann wäre eine Grenze, dass du ihm mitteilst, dass du zukünftig nur noch 15 Minuten auf ihn warten wirst, ansonsten wird der Umgang ausfallen.

Deine Grenze ist in dem Fall deine Zeit, die du dir von notorischen Zeitdieben nicht mehr nehmen lässt.

Diese Grenze gilt auch im Job, wenn dir deine Zeit wichtig ist (ist ja auch nicht bei allen Menschen der Fall!). Die nette Kollegin, die immer wieder am Schreibtisch auftaucht und dich vom Arbeiten abhält, während du deine Aufgaben zu erledigen hast, damit du pünktlich um 12 Uhr gehen kannst, braucht eine ähnliche Grenze.

Grenzen setzen muss weder dem Anderen weh tun noch ruppig vorgetragen werden. Grenzen können durchaus charmant und mit viel Verständnis für das Gegenüber aufgestellt werden.

„Du, ich habe mittwochs vormittags keine Zeit für unseren Plausch – können wir das auf nachmittags verschieben?“

Zur Oma des Kindes: „Ich finde es so schön, dass du gerne Zeit mit Jonas verbringst! Bitte hab Verständnis, aber ich möchte mich nicht mehr auf einen bestimmten Tag in der Woche festlegen, ich brauche aktuell einfach mehr Flexibilität in meinem und in Jonas‘ Kalender. Ist das ok für dich?“

Zur Chefin: „Ich habe gerade dieses und jenes A-Projekt auf dem Tisch – welches soll ich Ihrer Meinung nach für die neue Aufgabe hinten anstellen?“

Was eine persönliche Grenze nicht enthält

Rechtfertigung.

Geh stets nach deinem Bauchgefühl, wie viel du dazu sagen möchtest. Eher unliebsamen Zeitgenossen gegenüber reicht es, knapp und sachlich und trotz alledem noch immer höflich die Grenze aufzuzeigen.

Lieben Mitmenschen erklärt man mehr.

Du erkennst den Unterschied zwischen Erklärung und Rechtfertigung daran, wie du dich fühlst.

Eine Erklärung, die klar und mit Wohlwollen vorgebracht wird, fühlt sich wesentlich besser an als eine Rechtfertigung, die innerlich schwach macht.

Du entscheidest!

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Eine andere Grenze könnte in der Tat auch eine räumliche Grenze sein

„Die Kindübergaben finden ab sofort nur noch vor der Haustür statt.“

Oder die kommunikative Grenze:

„Um weitere Missverständnisse zu vermeiden bitte ich dich, zukünftig nur noch über dieses neue Emailpostfach mit mir offene Themen zu besprechen. Ich werde das Postfach mindestens 1x die Woche bearbeiten, sofern es keine Punkte gibt, die schnell entschieden werden müssen.“

Ist er im Email-Ton häufig ausfallend:

„Bitte beachte, dass ich zukünftig nur die Emails von dir beantworten werde, die höflich und sachlich formuliert sind. Ich behalte mir vor, andernfalls das Postfach mit meiner Anwältin zu teilen.“

Was keine eigene Grenze ist:

„Ich fordere dich hiermit auf, ab sofort die Manipulation des Kindes zu unterlassen.“

Erkennst du den Unterschied?

Sein Verhalten mag vielleicht – oder ganz bestimmt sogar – das Maß aller guten Dinge und Akzeptanz überschreiten und du kannst deinen Unmut dazu sicher kundtun (wobei ich das einem Narzissten gegenüber auch nicht empfehlen würde – denke an die No-Contact-Regel!), aber du kannst schlecht die Einhaltung einer Grenze einfordern, die du gar nicht kontrollieren kannst oder in der Hand hast!

Eine eigene Grenze kannst du immer nur für dich selbst einfordern.

  • Du wendest dich ab, wenn die Kollegin nicht sofort checkt, dass du jetzt keine Zeit hast, und signalisierst ihr mit deiner Körperhaltung, dass du dir jetzt für sie keine Zeit nimmst.
  • Du beantwortest die giftigen Emails nicht.
  • Du gibst der Oma keine festen Terminzusagen 4 oder gar 8 Wochen im Voraus.
  • Du stehst breit im Türrahmen, nicht bereit, zur Seite zu gehen, wenn die Kindübergabe stattfindet.

Du entscheidest, Sweetheart. Für die Einhaltung deiner persönlichen Grenzen kannst du die Verantwortung und Kontrolle übernehmen, denn dein Verhalten bestimmst immer noch du!

Sind die Grenzen allerdings schwammig, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn deine Mitmenschen regelmäßig drübertrampeln.

Hast du bislang nur darüber geredet, aber dann doch mit deiner Körperhaltung die Grenze überschreiten lassen, dann kannst du auch den Anderen keinen Vorwurf machen.

Das Spannungsfeld „Lieb und artig sein“, „niemanden verletzen wollen“ und „ich darf mich schützen – jederzeit!“ konfrontiert uns Mütter mit all unseren Glaubenssätzen, die wir über die Jahre in uns genährt und nicht weiter hinterfragt haben.

In der Elternschaft mit einem toxischen Ex müssen wir uns aber damit auseinandersetzen. Wir haben keine andere Wahl, wollen wir nicht vor die Hunde gehen.

Daher, meine Liebe:

Welche ist deine Grenze, die du jetzt allerhöchste Eisenbahn aufzeigen musst?

Wenn du hier für dich mehr in die Tiefe gehen möchtest, dann schau dir dazu mein DEXKADIMA-Programm einmal näher an. Vor allem, wenn du noch nicht einmal eine Ahnung hast, welche Grenze genau du jetzt brauchst.

Das von oben sind nur Beispiele, die nicht für jede Mutter und für jede Situation passen. Denn deine Grenzen hängen eng mit deinen persönlichen, hochindividuellen Werten zusammen.

In DEXKADIMA zeige ich dir unter anderem auch, wie du deinen Werten auf die Schliche kommst. Allein in dieser Arbeit liegen unzählige Aha-Momente für deine innere Entwicklung!

Auf Basis deiner Werte stellst du auf einmal fest, wie leicht es ist, daraufhin Grenzen zu definieren, die dir guttun und dich in die Klarheit bringen.

Wie siehst du das, Sweetheart?

Welche Grenzen hast du bereits erfolgreich bei deinem toxischen Ex etablieren können? Wie hast du das geschafft? Und mit welchen haderst du noch und tust dich schwer?

Schreib es bitte in die Kommentare, damit andere Mütter davon profitieren können. Merci! 🙏

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