Kinderfreies Wochenende: Warum du dich schuldig fühlst (und was wirklich dahintersteckt)

Kurz zusammengefasst: Viele Mütter mit einem toxischen Ex freuen sich insgeheim auf ihr kinderfreies Wochenende – und sitzen dann doch nur mit einem schlechten Gewissen auf dem Sofa. Dieser Beitrag erklärt, woran das liegt: am gesellschaftlichen Mutterbild, an der eigenen Identität, die sich noch neu sortieren muss, und ganz besonders am Kontrollverlust, den du spürst, sobald dein Kind beim Ex ist. Du bekommst drei ehrliche Gründe für dieses Gefühl, eine neue Perspektive auf die Angst um dein Kind und eine ganz kleine, machbare Übung für den nächsten Wochenend-Start ohne Kind.
Kennst du das? Das Kind wurde gerade abgeholt, die Tür fällt ins Schloss, und eigentlich hattest du dich doch insgeheim schon drauf gefreut. Kinderfreies Wochenende. Endlich. Und dann sitzt du da auf dem Sofa und was ist dann da? Genau: Schuldgefühle.
Ist das nicht paradox? Du bist doch, gerade wenn dein Kind noch klein ist, rund um die Uhr Mutter, ganz und gar, ohne Pause, ohne Luft zum Atmen. Es ist anstrengend, du wünschst dir Unterstützung, du wünschst dir, dass dieses ständige Aufpassen auch mal aufhört, und du wünschst dir nichts sehnlicher, als mal einfach nur irgendwo zu sitzen, in Ruhe deinen Kaffee zu trinken oder irgendwas anderes zu tun außer dein Kind zu beaufsichtigen.
Und dann, wenn es endlich so weit ist, dann hockst du da mit einem miesen Gewissen. Woran liegt das bloß? Genau darüber will ich heute mit dir sprechen, und ich hoffe sehr, dass ich dir am Ende dieses Artikels tatsächlich ein Stück der Schuldgefühle nehmen kann.
Meine eigene Geschichte: Der falsche Film
Lass mich zuerst aus meiner eigenen Erfahrung erzählen, denn glaub mir, ich kenne das nur zu gut.
Als ich mich damals von meinem Ex getrennt habe, war mein Sohn gerade mal vierzehn Monate alt. Ganz klein noch. Und natürlich habe ich mir da Riesengedanken gemacht: Was macht mein Kind jetzt gerade in diesem Moment? Was macht mein Ex? Ich war mit dem Kopf vollkommen bei meinem Ex und beim Kind, und ich konnte mich auf gar nichts anderes mehr konzentrieren.
Und die ersehnte Ruhe, dieses einfach mal auf dem Sofa sitzen und lesen, oder in Ruhe einen Film gucken? Das ist bei mir gar nicht erst hochgekommen. Ich habe mich gefühlt wie in einem falschen Film. Und ja, auch ich hatte diese Schuldgefühle. Was habe ich falsch gemacht, dass die Beziehung auseinandergegangen ist, dass mein Kind jetzt von mir getrennt sein muss, nur um Zeit mit seinem Papa zu haben?
Und ich kann dir versichern, meine Liebe: Das ist alles vollkommen normal. Wirklich.
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Drei Gründe, warum kinderfreie Wochenenden so schwer sind
Und ich will dir auch drei gute Gründe nennen, warum genau das in unserer Situation so extrem schwierig wird.
Grund 1: Das Mutterbild, das uns alle geprägt hat
Da haben wir zum einen natürlich das ganz generelle Mutterverständnis unserer Gesellschaft. Eine Mutter ist man scheinbar nur mit Kind an der Hand. Wenn du gerade kein Kind bei dir hast, wird das für Außenstehende schnell zu etwas Suspektem. Und dann setzt du dich unbewusst mit dem Gedanken auseinander: Denkt der- oder diejenige jetzt von mir, dass ich keine gute Mutter bin, weil mein Kind nicht bei mir ist? Vor allem, wenn die Nachbarn wissen, dass du ein kleines Kind hast, oder?
Und dann kommt noch etwas dazu: deine eigene Identität. Wenn du normalerweise rund um die Uhr Mutter bist und auf einmal ist das Kind nicht mehr da, ist das erst mal eine völlig ungewohnte Situation. Diese Leere, die du dann spürst? Die ist real, meine Liebe. Ganz real.
Grund 2: Du hast noch keine Rituale für dich
Gerade wenn du erst am Anfang mit den Umgängen stehst, hast du ja noch gar keine eigenen Rituale gefunden, mit denen du deine kindfreien Wochenenden wirklich genießen kannst. Und ich kann dir versichern: Auch im Club der mutigen Mütter erlebe ich immer wieder Frauen, die irgendwann an einem bestimmten Punkt sagen: „Oh ja, jetzt freue ich mich wirklich auf mein kinderfreies Wochenende, ich habe das und jenes und dieses vor!“
Aber dahin muss man erst mal kommen. Das ist eine Entwicklung, eine Reise. Und ganz ehrlich? Es ist auch eine Reise zu dir selbst, zu deiner eigenen Identität.
Wer bin ich denn ohne Kind? Wer bin ich und was mache ich wirklich gerne? Was möchte ich entdecken? Was gehört zu meinem jetzigen Leben dazu? Was würde mir gefallen? Was kann ich tun, wenn kein Kind da ist?
Und hier möchte ich dir unbedingt etwas mitgeben: Setz dich damit bitte nicht unter Druck. Nicht nach dem Motto: such dir doch ein Hobby… Oder: Warum geht das nicht schneller? Ich kann dir versichern, das alles hat seine Zeit. Auch das Finden dessen, was dir wirklich wichtig ist.
Grund 3: Es geht nicht nur um Fürsorge, sondern auch um Kontrolle
Was mich damals ebenfalls echt umgetrieben hat, gerade mit einem kleinen Kind: Geht es meinem Kind gut beim Ex? Wird er sich kümmern? Wird er aufpassen, wenn es hinfällt? Gerade wenn du einen eher unverantwortlichen Ex hast, dem du nicht unbedingt zutraust, dass er sich gut um ein kleines Kind kümmern kann, kennst du diese Gedanken nur zu gut.
Aber ich möchte dir hier eine andere Perspektive mitgeben: die der Kontrolle. Denn in dem Moment, in dem du dein Kind in den Umgang gibst, hast du keine Kontrolle mehr über die Situation. Und das, meine Liebe, ist ein extrem unangenehmer Gedanke. Hochgradig unangenehm sogar.
Wenn dein Kind bei dir ist, achtest du auf alles, oder? Wo greift es gerade hin, an die Steckdose, an irgendwas, das runterfallen könnte. Du bist konstant im Modus: Ich passe auf! Und wenn das Kind nicht da ist, dann kannst du eben genau das nicht mehr. Und da ist es fast schon tröstlich, wenn du dich immer wieder in genau diese Kontrollgedanken hineinbegeben kannst. Aber das ist eine falsche Fährte. Und eh du dich versiehst, schreibst du selbst Emails, um ihn an diverse Sachen zu erinnern und vielleicht auch zu mahnen. Not good!
Denn genau darin liegt ein extrem wichtiger Meilenstein: dass du lernst, loszulassen. Dass bestimmte Dinge einfach nicht mehr in deiner Kontrolle liegen und dass dein Ex jetzt diese Verantwortung trägt. Im Vorfeld dich ständig in Kontrollgedanken zu verlieren, bevor etwas passiert, bringt weder dir noch deinem Kind etwas.
Die Leere ist normal, aber sie ist nicht das Ende
Zusammenfassend lässt sich sagen: Diese Leere, die du selbst empfindest, wenn dein Kind auf einmal nicht mehr da ist, die ist vollkommen normal. Und es kommt noch ein Faktor hinzu, der es dir nicht gerade leichter macht: Wenn du dich zum Beispiel mit anderen austauschen willst, mit Bekannten, mit Freunden, auch mit Paaren, wie es dir an diesen Wochenenden geht, wenn du das Kind gerade abgegeben hast, dann nicken die vielleicht freundlich, nehmen dich vielleicht sogar in den Arm. Aber im Grunde können sie das gar nicht nachvollziehen.
Und es macht einen riesigen Unterschied, ob diese Menschen eher Mitleid mit dir haben, das auch zeigen und du das spürst, oder ob du dich tatsächlich mit anderen betroffenen Müttern austauschen kannst, ohne dass du dich großartig erklären musst, weil sie es einfach verstehen. Weil sie es nämlich selbst kennen.
Das sind also die drei Faktoren, die hier eine große Rolle spielen: das gesellschaftliche Mutterbild, deine fehlenden Rituale und Identität, und der Kontrollverlust. Und ich möchte dich einfach nur bitten: Hab Geduld mit dir selbst. Bring dir selbst Verständnis entgegen. Und überlege dir wirklich, dass das jetzt einerseits ein Teil deiner Reise ist, und dass andererseits noch ganz schöne, wunderbare Erkenntnisse auf dich warten.
Nämlich dich selbst zu entdecken: Wer du bist außerhalb des Mutteralltags. Was du gerne machst ohne Kind. Was du liebst. Wo du in den Flow kommst. Wer du jetzt bist, in genau dieser Lebensphase. Und das, meine Liebe, ist wirklich spannend. Gerade wenn du einen toxischen Ex hast, der dir in der Vergangenheit immer wieder erzählt hat, was du nicht bist, was du nicht kannst, und der mit dazu beigetragen hat, dass du dich mehr und mehr verloren hast, dann ist genau diese Phase extrem wertvoll für dich.
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Eine simple Übung für dich
Setz dich einfach nach der Kindübergabe aufs Sofa. Und dann machst du zehn Minuten lang: nichts. Absolut gar nichts. Du schaust nicht aufs Handy, nicht auf Insta, nicht auf YouTube. Du guckst einfach nur in die Luft. Und atmest. Und dann dürfen Gedanken hochkommen wie: Ich sitze jetzt hier. Und ich tue nichts. Und ich werde immer ruhiger.
Das ist der Anfang. Kleiner Schritt, große Wirkung.
Und was, wenn genau diese Angst um Kontrollverlust dich jeden Tag begleitet?
Dann solltest du dir überlegen, dich einer liebevollen Community anzuschließen, der du nichts erklären musst und an solchen Tagen einfach liebevoll aufgefangen wirst. Wie zum Beispiel der
Der Club der mutigen Mütter: Hier bist du nicht allein
Der Austausch mit anderen Müttern, die es einfach verstehen, ohne dass du dich erklären musst – das ist Gold wert. Genau das findest du im Club der mutigen Mütter. Eine geheime Gemeinschaft, in der du viele Coachingimpulse für deine individuelle Reise mit deinem Ex erhältst, und in der du dich nicht mehr allein fühlen musst an deinem kinderfreien Wochenende und mit deinen Schuldgefühlen.
Wenn du gerade dabei bist, deine eigenen Rituale für dein kinderfreies Wochenende zu finden, dann komm doch in den Club der mutigen Mütter und lass uns diese Reise gemeinsam gehen. Ich freu mich auf dich!
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Wie ist das denn bei dir, meine Liebe? Freust du dich mittlerweile schon auf deine kinderfreien Wochenenden, oder sitzt du auch noch mit einem schlechten Gewissen auf dem Sofa? Was hilft dir? Kommentiere gerne unten und teile diesen Beitrag mit einer Mutter, die genau das jetzt braucht. Vielen lieben Dank!
Mehr über mich
Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und ich begleite seit 2017 Mamas, die sich mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft teilen müssen. Meine Mission ist es, Mütter so zu stärken, dass sie auch starke Kinder großziehen können.
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