Wenn dein erwachsenes Kind dich zu hassen scheint – ein Tabu, über das niemand spricht

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Kennst du das, meine Liebe? Dein erwachsenes Kind lehnt dich ab, behandelt dich kühl oder sogar respektlos – und du verstehst die Welt nicht mehr? Vielleicht hast du das Gefühl, dein eigenes Kind hasst dich, obwohl du doch immer dein Bestes gegeben hast. Gerade nach einer Trennung von einem toxischen Ex-Partner kann es passieren, dass sich Kinder – selbst als Erwachsene – von der Mutter abwenden, beeinflusst durch Manipulation, alte Verletzungen oder eigene Überzeugungen. In diesem Artikel erfährst du, warum das passiert, was wirklich dahinter steckt und vor allem, wie du mit diesem tiefen Schmerz umgehen kannst, ohne dich selbst zu verlieren.

 

Wenn die Pubertät längst vorbei ist – und der Schmerz bleibt

 

Ich habe schon einmal in einem älteren Artikel über pubertierende Kinder gesprochen (du kannst ihn hier nachlesen), und der Grundtenor des Artikels war: Alles vollkommen normal, Pubertät ist eine wichtige Zeit für die Reifung unserer Kinder und gerade, wenn das Band zwischen uns Müttern und unseren Kindern besonders eng ist, ist damit zu rechnen, dass das Lösen davon durchaus heftig und stressig für uns werden kann.

In unserem Setting, in dem wir uns mit einem toxischen Ex auf der anderen Seite befinden, der uns die Pest an den Hals wünscht, und der das Kind in diesem Sinne manipuliert und dessen Ohren mit Lügen zudröhnt, ist es trotzdem wichtig, dass wir uns die Normalität dieser anstrengenden Phase für alle Eltern immer wieder vor Augen führen.

Halte durch, bleibe im Vertrauen, es wird alles gut – ist in dem erwähnten Artikel mein Grundtenor, und daran halte ich auch fest.

Aber was machst du, wenn dein Kind schon weit über dieses Rebellenalter hinaus ist – sagen wir mal jenseits der 20 – und es in seinem Verhalten deutlich die Schiene des Ex übernommen hat, sprich deutliche Anzeichen von narzisstischem Verhalten zeigt und unverhohlen seinen Hass und seine Verachtung auf dich zum Ausdruck bringt?

 

Wenn dein erwachsenes Kind dich ablehnt – und du es nicht mehr wiedererkennst

 

Ja, was, wenn das eigene Kind zum Axxxxloch geworden ist? Genau darüber möchte ich in diesem Artikel näher eingehen und dir helfen, den Schmerz zu benennen und für das Unaussprechliche eine Haltung einzunehmen, die die Scham überwindet und dich dabei unterstützen kann, in dir zur Ruhe zu kommen.

Ich denke, wir sind uns alle einig, dass das mit eines der schlimmsten Worst Case Szenarien ist, die sich eine empathische Mutter nach der Trennung von einem hochtoxischen Ex nur ausmalen kann. Und solltest du noch in dieser Phase sein – sprich dein Kind hat noch die Pubertät vor sich – dann schlage ich eher vor, du liest diesen Artikel nicht. Ich will dir keine Ideen schenken, die dich in die falsche Richtung führen!

„Where focus goes, energy flows.“ (Tony Robbins)

Achtest du jetzt panisch auf jedes kleinste Detail deines Kindes und interpretierst das als Anzeichen für narzisstisches Verhalten, dann verstärkst du genau das, was du eigentlich gar nicht willst. Du fokussierst dich damit auf das Schlimme anstelle auf das Gute, was dein Kind zu gleichen Teilen zum Ausdruck bringt.

Nur du kannst deinen Scheinwerfer umlenken – und das Gute in deinem Kind verstärken.

Aber was machst du, wenn das Thema Erziehung schon rum ums Eck ist? Wenn du null Einfluss hast, der oder die junge Erwachsene gar nicht mehr um deinen Rat bittet oder gar komplett vermeidet, dich noch zu besuchen? Und falls es doch zu einem Besuch kommt, dich arrogant anherrscht, von oben herab behandelt oder gar auslacht und beschämt? Und solltest du einmal direkten Augenkontakt haben, dir purer Hass entgegengeschleudert wird?

Darüber möchte ich mit dir jetzt sprechen.

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Warum so viele Mütter sich heimlich schämen

 

Eine Mutter hat mir mal geschrieben: „Wie konnte es nur dazu kommen, dass ich ein solches Axxxxlochkind großgezogen habe?“

Nun ja – das warst ja nicht nur du allein! Wenn dein Ex einen kapitalen Anteil hatte– inklusive Entfremdung, Manipulation, Umplatzierung per Gerichtsbeschluss, Lügen über dich von früh bis spät – dann darfst du ihm ruhig den Großteil der Verantwortung dafür übertragen, wenn das erwachsene Kind nicht deine Werte lebt.

 

Der gefährlichste Glaubenssatz von Müttern

 

Aber selbst, wenn du diejenige gewesen bist, bei der das Kind aufgewachsen ist: Hinter dieser Frage steckt ein Glaubenssatz, der die Wurzel von viel Leid und Scham ist:

„Ich kann steuern und kontrollieren – wenn ich nur alles richtig mache – ob aus meinem Kind ein glücklicher oder unglücklicher Mensch wird.“

Dabei kannst du es nur begleiten, ihm vorleben, ihm zeigen – aber niemals vollends kontrollieren. Denn da gibt es noch den freien Willen – und das Faszinosum, wie sich in deinem Kind bei diversen Situationen über viele Jahre hinweg bestimmte Überzeugungen gebildet haben. Nicht alle Kinder kommen zu dem gleichen „logischen“ Schluss, selbst wenn sie ähnliche Situationen erleben. Das Umfeld, die Menschen, die gerade zu dem Zeitpunkt präsent sind, die Bücher, die Filme, die eigene Genetik – all das trägt dazu bei, dass sich im Laufe des Lebens einzigartige Überzeugungen herausbilden.

Das Kind kann ein Buch gelesen und in der gleichen Zeitspanne irgendwas vom Fußballtrainer aufgeschnappt haben (was dessen Überzeugung zum Ausdruck bringt) – und auf dem Schulhof eine hässliche Szene zwischen Eltern aufgeschnappt und wenig später in einem Animationsfilm etwas Ähnliches gesehen haben – und schon formt sich eine innere Überzeugung (über was auch immer) und schließt daraus: „So ist das!“

Das muss für einen außenstehenden Dritten gar nicht mal wirklich logisch sein. Das kindliche Hirn, welches die Zusammenhänge im noch unreifen Zustand verknüpft, ist da durchaus sehr fantasievoll.

 

Warum du dein Kind nie vollständig kontrollieren konntest

 

Du verstehst aber hoffentlich zu diesem Zeitpunkt, dass du unmöglich vorhersehen und kontrollieren kannst, wie das Gehirn deines Kindes 1 + 1 zusammenzählt und was es sich zusammenreimt.

Du hattest die Aufgabe, dein Kind als Mutter zu begleiten – im Optimalfall als integer lebende, aufrichtige und liebevolle Frau, die ihren Wert kennt und selbst-bewusst (mit Bindestrich!) durchs Leben geht.

Und im Zweifelsfall zu jeder Zeit dein Bestes zu geben, was dir in dem Moment möglich gewesen ist.

Daher lade ich dich herzlich ein, die Scham abzulegen, da dein bisheriger Glaubenssatz „Ich hatte die Macht, mein Kind in die „richtige“ Richtung zu lenken und habe versagt“ einfach nicht stimmt.

 

Was du jetzt loslassen darfst – und was nicht

 

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass, wenn du heute zurückblickst auf die wichtigen Entscheidungen in der Kindheit deines nun erwachsenen Kindes du feststellst, dass du zu jeder Zeit nur das Beste deines Kindes im Sinn hattest – aber wahrscheinlich selbst so gefangen in dem Trauma der Beziehung zum toxischen Vater gewesen bist, dass du nicht in der Klarheit, geschweige denn selbst-bewusst agieren konntest.

Soll heißen: Du hast keine Schuld, Sweetheart.

Aber sich auf die Suche nach dem oder der Schuldigen zu machen bringt uns auch nicht weiter. Anklagend den Finger nur auf den toxischen Ex zu richten gibt ihm mehr Macht als er verdient. Klar hat er sich besonders angestrengt, um das Band zwischen dir und deinem Kind zu zertrennen. Und es scheint auch so, als ob es ihm gelungen sei.

Aber was du hier nicht außen vorlassen darfst: Euer Kind ist jetzt erwachsen. Und es trägt damit die Verantwortung für sein Leben komplett allein. Für alle Entscheidungen, die es trifft. Für alle Gedanken, die es nährt. Für seine Entwicklung, die früher oder später gewaltig anklopfen wird, und die genau jene Überzeugungen, die es zu irgendeinem Zeitpunkt mal über Euch als Eltern gebildet hat, in den Grundfesten erschüttern wird.

Das kommt. Hundert pro.

Gut, wenn du bis dahin definitiv in deiner Klarheit bist und dein Leben reichhaltig gefüllt hast – mit den Menschen, die dich mögen und wertschätzen, mit Hobbies und Interessen, die dich immer wieder nähren und deine Energieschüssel vollmachen – und somit unabhängig davon geworden bist, ob dich bestimmte Menschen mögen oder nicht.

Und das heißt im Endeffekt auch, dass du dich davon freimachst, ob dein Kind dich mag oder nicht.

 

Dein Leben darf weitergehen – auch ohne dein Kind

 

Wir alle hoffen, wir werden von den Menschen, die wir von Herzen lieben, zurückgeliebt. Und zwar bedingungslos.

Aber junge Erwachsene aus toxischen Elternhäusern, mit traumatischen Trennungserfahrungen in ihrer Kindheit, müssen da erst hinfinden. In ihrem eigenen Tempo, in ihrer eigenen Entwicklung.

Da stehen wir Mütter daneben und denken: „Jetzt muss er oder sie das doch sehen können!“

Aber in der Regel müssen sich erst Situationen einfinden, die ein Umdenken erforderlich machen. Und dann trennt sich die Spreu vom Weizen: Bleibt der junge Erwachsene in der Opferhaltung und lehnt die Verantwortung für seinen eigenen Lebensweg ab, oder entscheidet er sich selbst für Lernen, Klarheit, Entwicklung.

Bist du schon Mitglied in meinem Club der mutigen Mütter?

Sei Teil einer exklusiven Gemeinschaft und lerne, die Wellen souverän zu nehmen, die der Ex immer wieder aufwirft. 

Was das für dich als Mutter heißt

 

Du hast hoffentlich mittlerweile erkannt, dass du hier nichts mehr aktiv selbst tun kannst – außer im übertragenen Sinne die Türen offen zu lassen, sollte dein Kind sich für ein Gespräch und Klärung und deine Nähe entscheiden.

Aber das war es dann auch schon.

Was aber jetzt definitiv ansteht, ist das eigene Leben zu leben und eben nicht mit der Vergangenheit zu hadern, die Scham dauerhaft die Oberhand gewinnen zu lassen oder den Schmerz zu unterdrücken.

 

Warum klare Grenzen auch deinem erwachsenen Kind guttun

 

Ich wette mit dir, dass Magisches passieren kann, wenn du im Innern wirklich ruhig bist, dein Leben voller Wärme, Empathie und Liebe lebst – wenn schon nicht zu deinem Kind, dann zumindest mit anderen Menschen um dich herum.

Dein Kind, wenn dessen Weg es in die Klarheit bringt, wird dann auch wieder vor dir stehen.

Bis es so weit ist, gilt es (im Inneren) aufzuräumen, und auch deinem Kind klare Grenzen zu setzen.

Sollte es also den sporadischen Kontakt dazu nutzen, um dir dein Leben zu Hölle zu machen, bleibt dir leider nichts anderes übrig, dass du wie bei jedem anderen toxischen Menschen auch klare Grenzen ziehst und dein Kind deutlich aber bestimmt den Weg zur Tür zeigst.

Wenn du Achtung von anderen Menschen erwartest, dann lass sie dir selbst zuerst angedeihen, meine Liebe!

 

Der Spiegel-Effekt: Was dein Kind dir gerade zeigt

 

Ich habe in den letzten Jahren eine Erkenntnis gewonnen, die ich hier mit dir teilen möchte:

Die aktuellen Menschen in unserem Leben halten uns einen Spiegel vor, wo wir im Innern mit uns selbst verbunden stehen.

Solltest du dich also aktuell mit dem Hass deines Kindes im Kreis drehen, dann ist das ein Hinweis darauf, woran du noch „arbeiten“ darfst.

Und zwar an dir, nicht an ihm.

Genau an dieser Stelle stehe ich neben dir und reiche dir die Hand, meine Liebe. Im Club der mutigen Mütter unterstütze ich dich dabei, wieder zu dir selbst zu finden – auch wenn dein Kind schon groß ist. Du kannst so lange von meiner Unterstützung profitieren, so lange du mit Narzissten in deinem Leben haderst und im Gedankenkarussell bei ihnen bleibst – egal ob es noch der toxische Ex ist (der dir natürlich immer noch selbst über das erwachsene Kind Seile zuwerfen will!) oder dein eigenes Kind.

Wie ist das bei dir, meine Liebe? Hast du ein erwachsenes Kind mit einem toxischen Ex, welches dir die kalte Schulter und narzisstische Züge zeigt? Hast du eine andere Methode gefunden, damit zurechtzukommen, als die, die ich oben vorstelle? Dann berichte gerne unten in den Kommentaren – Danke schön!

 

Mehr über mich

 

Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und seit 2017 begleite ich Mütter, die mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft stemmen müssen. Meine Mission ist es, Mütter zurück in ihre Stärke finden zu lassen – damit sie starke Kinder großziehen können.

Wenn du mehr Impulse und Unterstützung möchtest, folge mir gerne auf YouTube und Instagram.

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