Anwalt, Mediation, Wechselmodell: Die 3 großen Irrtümer am Anfang – und wie du sie vermeidest

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Gerade am Anfang, wenn der Sturm nach der Trennung noch tobt und du dich das erste Mal durch Gericht, Jugendamt oder eine Beratungsstelle kämpfst, machst du besonders leicht drei Denkfehler, die dich später ganz schön viel Kraft, Nerven und manchmal sogar Jahre kosten können. In diesem Beitrag nehmen wir sie uns Stück für Stück vor: den Irrtum über deinen Rechtsbeistand, die Falle namens Mediation und den größten Fehlerhammer überhaupt, das ominöse „Wechselmodell auf Probe”. Danach kennst du das System ein bisschen besser, kannst deine eigene Erwartung steuern und gehst hoffentlich wesentlich souveräner durch diese ersten Verhandlungen. Versprochen: Am Ende bist du in der Klarheit und fühlst dich sicherer.

Warum ausgerechnet der Anfang über so vieles entscheidet

 

Kennst du das? Die Trennung ist frisch, alles ist noch im absoluten Chaos, und gleichzeitig sollst du plötzlich Entscheidungen treffen, die weitreichend sind? Du sollst souverän auftreten, während dir innerlich der Boden unter den Füßen wegrutscht? Und alle reden auf dich ein: der Anwalt, die Beratungsstelle, vielleicht das Jugendamt, und mittendrin dein toxischer Ex, der ganz genau weiß, wo deine wunden Punkte sitzen?

Ich verstehe dich. Und gleich zu Beginn vorab: Das hier ist keine Rechtsberatung. Ich bin keine Juristin. Ich arbeite mit dir an deiner Haltung und an deinen Gedanken – das ist mein Terrain. Denn deine rechtlichen Möglichkeiten kennt dein Rechtsbeistand am allerbesten, und jede Situation einer Mutter mit einem toxischen Ex ist ganz und gar einzigartig. Es hängt von deinen Kindern ab, von dem Gericht, an dem du bist und davon, was für ein Typ dein Ex ist. Dein Anwalt kann am besten ausloten, welche Möglichkeiten du hast. Deshalb ist er dein wichtigster Teampartner.

Und genau da kommen wir auch schon zum ersten großen Irrtum.

Irrtum 1: Dein Anwalt ist nicht dein Retter

 

Hach, endlich hab ich den guten Anwalt gefunden. Jetzt bin ich gerettet.” Kennst du diesen Gedanken? Diese Erleichterung, dieses tiefe Ausatmen, weil du glaubst, jetzt nimmt dir endlich jemand die ganze Last ab? Ich muss dich da leider ganz sanft bremsen, meine Liebe: So funktioniert das nämlich leider nicht.

Dein Rechtsbeistand kann immer nur so gut sein, wie du ihm zuarbeitest und wie souverän und klar du selbst argumentieren kannst. Das ist nichts, was er dir komplett abnehmen wird, und ehrlich gesagt wäre das für einen Anwalt auch einfach too much. Er sorgt nicht dafür, was der Richter am Ende sagt. Er kann flankieren, er kann unterstützen, er kann auf die richtigen Paragrafen hinweisen. Aber wenn eure Situation nun mal so ist, wie sie ist, und ein gewisser Status quo existiert, dann kann auch der beste Anwalt nicht zaubern.

Viel wichtiger ist, dass du in der Zeit, in der du bei Gericht in Verhandlung bist, in deine Klarheit kommst. Dass du ganz genau weißt, wie du argumentieren kannst, und dich mit deinem Rechtsbeistand, der die rechtliche Expertise mitbringt, gemeinsam als Team aufstellst. Und, kleiner Hinweis am Rande, weil es gerade alle machen: Das kann auch kein ChatGPT und keine KI. Mach dir da bitte nichts vor. Ein guter Anwalt toppt die KI um Längen. Nur weil sich ein Text von der KI gut anhört und gut anliest, heißt das noch lange nicht, dass er im familienrechtlichen Kontext trägt. Da brauchst du unbedingt einen echten Menschen mit echter Erfahrung.

Nachdem wir das geklärt haben, solltest du trotzdem darauf achten, dass du hier keine schwarzen Schafe engagierst.

Woran du einen guten Anwalt für toxische Fälle erkennst

 

Und worauf solltest du gerade am Anfang achten? Auf jemanden, der sich mit hochtoxischen und narzisstischen Gegnern wirklich auskennt. Auf jemanden, der sich nicht so leicht überraschen lässt, weil er schon vieles gesehen hat und die Muster kennt. Denn viele Anwälte gehen ganz automatisch Richtung Mediation. Sie wollen eine Klärung herbeiführen, wollen nicht auf Konflikt gehen.

Das ist erst mal total verständlich und auch schön. Wenn du so tickst wie die meisten Mütter, die mir folgen, dann ist Frieden und Einigung ja auch dein Ziel, oder?

Das Problem ist nur: Mit einem toxischen Ex haut das schlicht nicht hin. Und deshalb solltest du hellhörig werden, wenn dein eigener Anwalt dich in eine Mediation mit deinem toxischen Ex drängt, unbedingt eine schnelle Klärung will und immer wieder darauf insistiert. Dann ist er in deinem Fall vielleicht nicht der beste Rechtsbeistand für dich. Das musst du aus dem Bauch heraus spüren – das kann ich von außen gar nicht beurteilen. Aber hör auf dieses Bauchgefühl. Es ist klüger, als du denkst.

Und damit sind wir schon mitten in Falle Nummer zwei.

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Irrtum 2: Die Mediation – und die Falle deiner Kooperationsbereitschaft

 

Angenommen, du steckst in einer Mediation. Vielleicht hast du sie sogar selbst gesucht, vielleicht hat euch aber auch das Gericht dazu verdonnert. Hier ist es extrem wichtig, dass du in deiner Erwartungshaltung ganz klar bist. Denn eine Mediation setzt voraus, dass beide Parteien eine Lösung wollen, dass beide sich einigen wollen und dass beide im Grunde eine Haltung mitbringen von: „Ich bin okay, und du bist okay.”

Allein am letzten Satz wird dir das Dilemma schon klar, oder?

Denn jetzt rate mal, was dein Ex nicht mitbringt, wenn er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat? Genau: Den Willen zur Einigung.

Ein toxischer Ex-Partner will sich nicht einigen. Er will gewinnen. Er will dich ruinieren. Er will seinen Willen durchsetzen. Für ihn ist eine Mediation, auf die man sich früh einlässt, oft das billigste Mittel überhaupt – ganz wörtlich. Denn sobald ein Richter den Beschluss fasst oder gar ein Gutachten anberaumt, geht viel Geld über den Tisch. Und Geld ist für einen toxischen Ex seeeehr wichtig. Umso besser ist es für ihn, wenn du schon vorher in einer Mediation einknickst und er gar nicht das Gericht bemühen muss.

Verhindern kannst du eine Mediation trotzdem oft nicht. Viele Richter beschließen sie erst mal, sofern du noch keine durchlaufen hast, und wenn dann auch noch dein Anwalt dazu drängt, sitzt du eben drin. Aber dann solltest du vorher ganz genau wissen, was du willst.

Und du solltest verstehen, was da passieren kann: Du, die vermeintlich Kooperationswilligere, kannst dann nach und nach in die Ecke gedrängt werden.

Jetzt geben Sie doch mal nach.” Das muss nicht mal böse gemeint sein. Das kann sogar ein richtig guter Mediant sein, der einfach nur sieht: Da ist einer, der ist super stur und rückt kein Jota von seiner Forderung ab – und da ist die andere, die eigentlich nur Frieden will und langsam müde und mürbe wird. „Kommen Sie ihm doch entgegen. Was spricht denn dagegen, jetzt mal das Wechselmodell auf Probe einzurichten?”

Nur Kompromisse, die sich wirklich, wirklich gut anfühlen

 

Und dann gehen dir irgendwann die Argumente aus. Oder du willst einfach nur noch, dass es endlich vorbei ist. Und zack – hast du langfristig gesehen für dein Kind einen kapitalen Bock geschossen. Deshalb ist es so wichtig, dass du mit einer ziemlich klaren Linie in so eine Mediation gehst und wirklich nur da Kompromisse machst, wo es sich wirklich gut anfühlt. Und gut heißt nicht: „Na ja, gut, besser als nichts.

Nee.

Gut heißt: Es fühlt sich richtig gut an. Etwas, wo du denkst: Okay, ja, das hilft jetzt, das tut auch dem Kind gut.

Denn behalte immer im Kopf: Du gehst diese Kompromisse nicht für dich ein. Du gehst sie für dein Kind ein.

Irrtum 3: Das Wechselmodell „auf Probe”

 

Stell dir vor: Du hast dich zehn Jahre lang rund um die Uhr um deine Kinder gekümmert. Und auf einmal will dein Ex das Wechselmodell – ausgerechnet der Mann, der vorher zwölf, vierzehn Stunden am Tag in der Arbeit war. Und dann seift er dich ein: „Wir können das ja erst mal auf Probe machen.” Klingt easy peasy, oder? Vielleicht denkst du dann sogar: Naja, vielleicht kriegen die Kinder das ja hin.

Und hier kommt der dritte und größte Irrtum: Ein Wechselmodell auf Probe existiert nämlich gar nicht.

Das ist eine der gefährlichsten Fallen überhaupt, und darauf sind schon unglaublich viele empathische, liebevolle Mütter reingefallen. Denn bei einem Wechselmodell fällt der Kindesunterhalt weg – und genau das ist für den toxischen Ex der allerwichtigste Punkt. Das, was er sonst zahlen müsste, weil die Kinder hauptsächlich bei dir wohnen, ist plötzlich vom Tisch.

Warum du es später kaum noch zurückdrehen kannst

 

Das Perfide am „auf Probe”: Man könnte meinen, das sei reversibel. Man testet drei, sechs Monate, schaut, wie es läuft, und macht es dann eben wieder rückgängig.

Nur so läuft das leider nicht.

Du musst dir das so vorstellen: Wenn du deine Kinder jahrelang rund um die Uhr betreut hast, dann ist genau das die Kontinuität für die Kinder. Wird nun ein Wechselmodell auf Probe anberaumt oder in einer Mediation oder beim Jugendamt vereinbart, dann veränderst du genau diese Kontinuität. Die Kinder fangen an zu pendeln – egal ob jeden zweiten, jeden fünften oder jeden siebten Tag. Sie wandern zwischen den Wohnungen hin und her und wissen nicht mehr, wo ihre eigentliche Home Base ist.

Am Anfang sind die Kinder vielleicht sogar begeistert, wenn der zuvor abwesende Papa auf einmal Zeit hat. Wobei „qualitative Zeit” da ein sehr dehnbarer Begriff ist. Vielleicht steht schon die nächste Partnerin in der Tür oder die eigene Oma, die sich dann um die Kinder kümmert. Den Männern fällt schon was ein – ich glaube, so mancher würde lieber teuer eine Nanny bezahlen als weiterhin Unterhalt an die Ex-Frau. Das ist jetzt meine Vermutung, wohlgemerkt.

Und wenn du dann nach sechs Monaten feststellst, dass es wirklich überhaupt nicht funktioniert – die ganzen Abstimmungen im Alltag, Schule, Kindergarten, die Kinder kommen zu spät, bleiben nachts zu lange auf, die Hausaufgaben ein einziges Chaos – und du willst es zurückdrehen.

Dann schaut der Richter nur auf eines: Wie sieht die Kontinuität im Leben der Kinder jetzt aus? Und dann ist es eher wahrscheinlich, dass er das Wechselmodell festmacht, damit sich für die Kinder eben nichts mehr verändert. Und du kannst es dann gegebenenfalls sogar nicht mehr abstellen. Vor allem, wenn du einen Vergleich oder eine sonstige bindende Vereinbarung für mehrere Jahre getroffen hast.

Bist du schon Mitglied in meinem Club der mutigen Mütter?

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Du wirst Fehler machen

 

Du siehst: Diese drei Dinge hängen eng miteinander zusammen: Die Wahl des richtigen Rechtsbeistands, die Falle der Mediation, in die du rennst, wenn du dich zu einem faulen Kompromiss breitschlagen lässt, und am Ende das Zugeständnis auf ein Wechselmodell auf Probe.

Ich behaupte nicht, dass du gar keine Fehler machen wirst. Alle Mütter machen Fehler. Jeder Mensch macht Fehler. Du wirst im Laufe des Verfahrens noch den einen oder anderen machen, und das ist okay. Das ist nichts Schlimmes, und es ist ganz und gar nichts, wofür du dich schämen müsstest.

Aber wenn du diese drei Fallen im Hinterkopf behältst, gerade wenn du loslegst, gerade wenn alles anfängt, dann hast du schon unglaublich viel dafür getan, dass die nachfolgende Zeit nicht so schwer wird, wie andere Mütter es erlebt haben.

Und ich spreche hier aus Erfahrung. Ich habe mittlerweile Tausende von Müttern begleitet, und ich sehe es immer wieder im Club der mutigen Mütter: Frauen, die sich früh auf einen Vergleich eingelassen haben, auf das Wechselmodell auf Probe und dann das feste Wechselmodell kassiert haben. Natürlich kommen auch diese Frauen wieder auf einen grünen Zweig. Aber der Weg dahin ist so mühselig, so schwierig – und leider damit auch für die Kinder.

Bereite dich souverän vor

 

Jetzt verstehst du, warum es so wichtig ist, dass du in deine Klarheit kommst, souverän auftrittst und diese Fallen vermeidest. Und wenn du dich jetzt zur besten Teampartnerin für deinen Rechtsbeistand weiterentwickeln möchtest, dann lege ich dir meinen Onlinekurs Court Royal® wärmstens ans Herz. Er ist deine mentale Rüstung, wenn du für dein Kind top performen möchtest, und zeigt dir, wie du einen starken, souveränen Auftritt mit klaren Argumenten für dein Kind aufbaust.

Komm in den Club der mutigen Mütter

 

Und weißt du, was der größte Unterschied ist zwischen den Müttern, die in diese Fallen tappen, und denen, die souverän durchgehen?

Die einen kämpfen allein – und die anderen haben ein Netz.

Genau dafür gibt es den Club der mutigen Mütter. Ich habe ihn entwickelt, um dir eine sichere Plattform zu bieten, auf der du mit anderen Müttern zusammenkommst und dich in der Gemeinschaft so entwickelst, dass du immer gelassener und souveräner mit deinem toxischen Ex umgehst. Du musst den Alltag nicht mehr allein bestreiten – du kannst dein aktuelles Problem ins Coaching einbringen und dir zusätzlich Hilfe von den anderen mutigen Müttern holen.

Wie ist das bei dir?

 

Wie ist das denn bei dir? Steckst du gerade selbst in der Diskussion um ein Wechselmodell, wirst du vielleicht schon zu einem „auf Probe” gedrängt – oder hast du diese Falle bereits erlebt und würdest anderen Müttern gern deine Erfahrung mitgeben? Kommentiere gern unten und berichte, wie es dir ergangen ist. Und wenn dieser Beitrag dir geholfen hat, dann teile ihn bitte – vielleicht bewahrt er genau in diesem Moment eine andere Mutter vor einem kapitalen Bock. Danke dir!

Mehr über mich

 

Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und ich begleite seit 2017 Mamas, die sich mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft teilen müssen. Meine Mission ist es, Mütter so zu stärken, dass sie auch starke Kinder großziehen können. Denn nur eine Mutter, die selbst standfest im Sturm steht, kann für ihr Kind zum Leuchtturm werden.

Folge mir auch auf YouTube (https://midlife-boom.de/youtube) und auf Instagram (https://www.instagram.com/midlifeboom) für mehr Hilfe und Unterstützung.

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