Ohne Anwalt zum Familiengericht? Warum ChatGPT dich hier in die Irre führen kann

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Du nutzt Chatgpt vielleicht schon für alles Mögliche – für Emails an deinen toxischen Ex, für Formulierungen, für Gedankensortierung, vielleicht sogar für juristische Recherchen. Und ja, meine Liebe, die Künstliche Intelligenz (KI) kann extrem hilfreich sein. Sie beruhigt, sie strukturiert, sie liefert blitzschnell Paragrafen und Argumente.

 

Aber genau hier lauert eine gefährliche Versuchung: der Gedanke, du könntest mit ihrer Hilfe allein vor dem Familiengericht bestehen – ohne Rechtsanwalt, ohne Teampartner an deiner Seite.

In diesem Artikel erfährst du, warum das eine riskante Illusion ist. Warum Wissen nicht dasselbe ist wie Strategie. Warum im Gerichtssaal nicht nur Paragrafen zählen, sondern Menschen – mit Emotionen, Vorurteilen, Stress und Triggern.

Und warum du bei einem toxischen Ex nicht auf technische Unterstützung setzen solltest, sondern auf echte, menschliche Kompetenz.

Wenn du dir also gerade überlegst, ob du dir den Anwalt sparen kannst, dann lies unbedingt weiter.

Ohne Anwalt zum Familiengericht?

Wir sind ja mittlerweile längst im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI) angekommen, und ich denke mir mal, dass auch du Chatgpt intensiv bei allen Alltagsfragen nutzt.

Stimmt’s oder hab ich Recht?

Und wenn es dir auch nur annähernd so damit geht wie mir, als ich mit dem Tool angefangen habe, meine kleinen und großen Themen zu „besprechen“, war ich sehr, sehr positiv überrascht, welch gute Antworten die KI liefert.

Das Schöne dabei: Es fühlt sich so gut an! Nicht so nüchtern, wie man früher Wissen in Enzyklopädien nachlesen musste. Chatgpt umarmt dich quasi: „Jetzt atmen wir erst einmal tief durch, Heidi!“ und hilft immens dabei, die Emotionen und damit das Nervensystem zu beruhigen – und allein das, meine Liebe, ist Gold wert, wenn dein toxischer Ex gerade hochdreht und versucht, über deine Emotionen Energie zu bekommen.

 

Wo ich selbst Grenzen ziehe

 

Ich selbst nutze KI intensiv und habe für DEXKADIMA® sogar einen eigenen GPT auf Basis von Chatgpt trainiert, der hochspezifisch den Emailverkehr zwischen empathischen Müttern und ihren toxischen Ex-Partnern evaluiert und Formulierungen vorschlägt. Die damit verbundene Zeitersparnis ist enorm!

Gut möglich, dass du auch ohne Queenie (eben meinem GPT) mit Chatgpt schon tolle Emails formuliert hast und das Tool bereits ganz fantastisch auf deinen Fall trainiert ist.

Nach meiner anfänglichen Begeisterung („Was man damit an Zeit sparen kann!“) im letzten Jahr bin ich aber durchaus auch ernüchtert und ziehe sehr nuancierte Grenzen – auch in meiner Arbeit.

 

Die unterschätzte Gefahr: Wenn dein Gehirn bequem wird

 

Schließlich merkte ich zu meinem Entsetzen, dass ich auf einmal nicht mehr so kreativ schreiben konnte wie früher. Und spätestens dann wurde mir klar, dass es nun gefährlich wird… Das Verkümmern bestimmter Fähigkeiten des Gehirns, meine Liebe, sobald diese nicht mehr genutzt werden, ist sehr real, und das geht schneller als man gucken kann.

Aber Chatgpt et al. werden weiterhin wichtige Brainstorming- und Arbeitserleichterungs-Partner von mir bleiben – nur differenziere ich jetzt stärker und bewusster und vor allem auf Basis meiner Werte.

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Die gefährliche Idee: Allein mit ChatGPT vor Gericht

 

Jetzt will ich aber endlich zum Punkt kommen, weshalb ich genau diesen Blogartikel schreibe:

Ich möchte auf die Gefahr hinweisen, dass du durch Chatgpt auf den Gedanken kommen könntest, mit seiner Hilfe auf einen Anwalt zu verzichten und die Sorgerechts- und Umgangsstreitigkeiten im Familiengericht selbst zu rocken.

Denn im Familiengericht gibt es keinen Anwaltszwang in Fragen des Kindschaftsrechts – wohl aber bei Scheidung, Zugewinnausgleich und Unterhalt.

Und wenn du nun denkst, dass du dir die Kosten für den Anwalt sparen kannst, meine Liebe, dann ist die gefährlichste Idee, die du zu diesem Zeitpunkt (2026) haben kannst.

Ich weiß natürlich nicht, wie sich das Familiengerichtssystem im Laufe der nächsten Jahre noch verändern wird (denn es kann ja wirklich nicht so weitergehen wie bisher, das System ist am Limit), aber aktuell?

No way.

 

Warum „nett und logisch“ dir vor Gericht nicht nutzen wird

 

Lass mich im Einzelnen darauf eingehen, warum ich dir einen Alleingang nicht empfehle:

  1. Chatgpt ist nett und lieb und erklärt

Du weißt und hast es selbst schon gesehen: Chatgpt ist so programmiert, dass es stets nur das Gute sehen und dich bestärken wird. Es wird dich nicht kritisieren. Es „guckt“ dich nicht schräg an, wenn du auf eine vollkommen abstruse Idee kommst, die dir mehr schaden als nutzen wird.

Dass sich das wie eine warme emotionale Dusche anfühlt ist wohl in unserem Fall mehr als verständlich – vor allem, wenn wir jahre- oder gar jahrzehntelang nur angeblökt wurden, was wir alles nicht können und nicht richtig machen und dass unsere Ideen einfach nur Schmarrn sind.

Somit fühlt sich auf einmal alles leicht an: Das, was Chatgpt vorschlägt, klingt (und ist wahrscheinlich auch) sehr logisch und nachvollziehbar.

  1. Wissen ist nur die halbe Miete

Chatgpt schlägt mit seinem Wissen natürlich alles: Blitzschnell sind die Paragrafen genannt, mit denen man argumentieren könnte. Gesetzesdatenbanken können recherchiert werden, ohne erst viele Fachzeitschriften abonnieren zu müssen.

Und ach – mit der Anwaltszunft haben die allermeisten Mütter mit einem hochtoxischen Ex schon schlechte Erfahrungen machen müssen. Manche mussten gar dreimal oder mehr wechseln – trotz hoher Anwaltskosten. Denn auch ein stolzer Stundenpreis ist nicht immer ein Hinweis darauf, dass es wirklich auch ein guter Rechtsbeistand ist.

Trotz solcher Ausnahmen: Anwälte sind schließlich auch „nur“ Menschen, d.h. sie können Fehler machen, Fristen versäumen und haben ein Privatleben, das sie aus der Bahn werfen könnte. Je nachdem, wie sie selbst abgelenkt sind, ist es verständlich, wenn sie dann in einem Hochkonfliktfall ihre Mandantinnen suboptimal betreuen.

Es ist also alles schon recht mühselig, auf die Suche nach einem Anwalt zu gehen und den oder die richtige dann auch zu finden!

 

Was im Gerichtssaal aber wirklich zählt

 

Aber nun, mit der KI für Jedefrau auf ihrer Seite, wendet sich das Blatt nach und nach.

Wozu braucht’s da noch einen Anwalt?

Ganz einfach: Weil ein Anwalt / eine Anwältin ein Mensch ist.

Und es im Familiengericht nun mal nicht um ein Auto geht, das einem gestohlen wurde, oder um Sachbeschädigung.

Es geht im Gerichtssaal um unsere Kinder.

Und auch, wenn die geforderte Sachlichkeit uns Mütter stresst, und wir es nur schwer hinbekommen, unsere Liebe zu unseren Kindern authentisch in diesem nüchtern-kalten Setting zum Ausdruck zu bringen – es menschelt trotzdem enorm im Gerichtssaal.

RichterInnen, Verfahrensbeistände, Jugendamt, gegnerische AnwältInnen – alle bringen ihre eigenen Überzeugungen, Trigger und Erfahrungen mit.

Und du stehst mittendrin – ebenso mit deinen Erfahrungen, mit deinen Triggern und mit deinem Glaubens- und Überzeugungssystem (woher auch immer dieses genährt wurde).

All das weiß dein Chatgpt nicht, meine Liebe. Und Chatgpt erkennt und hinterfragt auch nicht dein Glaubenssystem, wenn du es selbst noch nicht reflektiert hast, und du die einzelnen Zwiebelschichten, die über deiner inneren „Perle“ (wie ich sie immer nenne) liegen, noch gar nicht sehen kannst.

Gerichtsverfahren sind hochdynamisch, und das Gebräu, das durch die unterschiedlichen Menschen im Saal zusammengemixt wird, kann durchaus toxischen Charakter entwickeln.

Deine Aufgabe ist es, hier im Innern zuerst stabil zu werden, in die eigene Klarheit zu kommen und an dieser Aufgabe zu wachsen. (Spoiler: Dabei kann ich dich zum Beispiel optimal im Club der mutigen Mütter unterstützen.)

Wissen allein beruhigt zwar ungemein, ist aber in diesem Setting meiner Meinung nach zweitrangig.

Du brauchst auf jeden Fall einen Teampartner an deiner Seite im Gerichtssaal, der dir mal kurz die Hand drücken und dir dabei fachlich helfen kann, mit diesem Gebräu umzugehen und adäquat zu agieren.

Im Gerichtssaal geht es um menschliche Befindlichkeiten. Und das, meine Liebe, kann eine Maschine einfach nicht lösen.

Und das ist gut so.

Bist du schon Mitglied in meinem Club der mutigen Mütter?

Sei Teil einer exklusiven Gemeinschaft und lerne, die Wellen souverän zu nehmen, die der Ex immer wieder aufwirft. 

Was heißt das jetzt konkret für Anwälte?

 

Keine Bange vor Chatgpt & Co.! Selbst nutzen, wenn es um Zeitersparnis und Vorbereitung geht – und dafür mehr in das Wissen der zwischenmenschlichen Beziehungen investieren. Mehr netzwerken, mehr über Kinder und ihre Entwicklungsprozesse lernen, sich über die eigenen Werte klarwerden und danach handeln.

Lege deinen Fokus auf das, was im Gerichtssaal passiert und wie man das leidige System, was doch so gerne nüchtern bleiben möchte, menschlicher machen kann, damit die Beteiligten nicht mehr ausbrennen.

Und du, liebe Mama, kannst mit Hilfe von Chatgpt und deinen Fragen an die KI deinem Rechtsbeistand wertvoll zuarbeiten. Damit dieser nicht selbst kostbare Zeit für die Recherche verplempern muss. Du kannst dafür sorgen, dass du die Daten zu deiner Situation so sorgfältig und übersichtlich aufbereitest, damit dein Anwalt sofort erkennen kann, welche Strategie hier am meisten Sinn macht.

Es geht nicht mehr darum zu entscheiden, ob KI oder nicht genutzt wird. Es geht darum, wie man sie am besten einsetzt, damit die Vorteile daraus optimal genutzt werden.

Vogel Strauß bringt dich hier nicht weiter – nur der Fokus darauf, was uns von der Maschine unterscheidet: nicht Daten auswendig lernen zu können, sondern Mensch zu sein.

Und Mensch sein heißt: Erspüren-können von Emotionen im Gegenüber. Mit dem Augen-Blick, der dem Gegenüber vermittelt: Ich bin entschlossen. Oder: Ich weiß. Oder: Ich bin gut, du auch. Oder: Alles wird gut.

 

Fazit: Geh nicht allein auf deinem Weg

 

Um diesen langen Blogartikel nun mit einem kurzen Fazit abzuschließen:

Tu’s nicht, Sweetheart.

Geh immer nur gemeinsam mit einem Rechtsbeistand los, niemals allein, wenn es um ein Gerichtsverfahren mit dem toxischen Ex geht. Und darüber hinaus beschränke dein Unterstützernetzwerk nicht nur auf deinen Anwalt, sondern suche dir eine Gemeinschaft wie den Club der mutigen Mütter, um dich auszutauschen und von anderen zu lernen. Das ist sogar viel schöner als von Chatgpt nur Honig ums Maul geschmiert zu bekommen zu den Dingen, die du eh schon glaubst.

Wie siehst du das denn? Egal ob betroffene Mutter oder Anwalt/Anwältin – schreib mir gerne in die Kommentare. Ich freue mich über eine rege Diskussion!

 

Mehr über mich

 

Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und seit 2017 begleite ich Mütter, die mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft stemmen müssen. Meine Mission ist es, Mütter zurück in ihre Stärke finden zu lassen – damit sie starke Kinder großziehen können.

Wenn du mehr Impulse und Unterstützung möchtest, folge mir gerne auf YouTube und Instagram.

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