Wie du am besten mit seinen Flying Monkeys umgehst

Flying Monkeys sind eine besonders fiese Begleiterscheinung nach der Trennung von einem toxisch-narzisstischen Ex: Menschen aus deinem Umfeld, die – bewusst oder naiv – seine Sicht vertreten, dich infrage stellen und ihn zum Opfer erklären. Für dich als Mutter, die die hässlichen Seiten dieses Mannes nur zu gut kennt, fühlt sich das wie ein weiterer Schlag ins Gesicht an. Besonders schmerzhaft wird es, wenn diese Flying Monkeys aus dem eigenen Freundes- oder Familienkreis kommen oder sogar Einfluss auf dein Kind oder das Gericht haben. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich emotional schützt und souverän mit ihnen umgehst, ohne dich zu rechtfertigen oder Energie zu verlieren.
Meistens kommen solche Sätze vollkommen unerwartet aus einer Ecke, aus der du sie nie vermutet hättest. In dem ganzen Tohuwabohu nach der Trennung scheint es dann, als ob kein Stein mehr auf dem anderen bleibt und jeder frühere Gutglauben an die Menschen um dich herum auf dem Prüfstand steht.
Aber auch der Verfahrensbeistand, der euer Kind suggestiv befragt, ob es nicht doch lieber fifty-fifty zwischen Mama und Papa wechseln will, kann ein Flying Monkey sein – vor allem, wenn er es sich auf die Fahne geschrieben hat, das Wechselmodell als Standard nach Trennung und Scheidung im Land zu etablieren, und dein Ex will das Wechselmodell um jeden Preis durchdrücken, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen. Ein Flying Monkey gekoppelt mit Einfluss auf den Richter ist definitiv nicht beruhigend.
Ja, Flying Monkeys sind eine sehr unschöne Begleiterscheinung nach der Trennung von einem toxischen Ex. Es gibt aber auch einen guten Aspekt dabei: Denn nun kommst du in die Klarheit. Die Masken der Menschen, mit denen du in der Missbrauchsbeziehung Kontakt gepflegt hast, fallen. Klar erwartest du nicht von seinem besten Freund, dass er sich auf deine Seite stellt, so klar bist du bereits, oder? Aber Ihr habt ja sicher auch gemeinsame Bekanntschaften aufgebaut, und vielleicht hast du sogar zum Ende hin dich anvertraut, und nun schießt genau diese Person zurück oder hat deinem Ex alles erzählt, was du ihr anvertraut hattest.
So unangenehm diese neue Wahrheit auch ist: Du weißt jetzt Bescheid. Dein Bekanntenkreis verändert sich enorm mit dem Eintritt in diese neue Lebensphase nach der Trennung – und das ist vollkommen normal und auch begrüßenswert. Du brauchst jetzt Menschen um dich herum, denen du vertrauen kannst und die dich unterstützen und auch notfalls dafür sorgen, dass du in deiner Energie bleibst.
Neue Lebensphasen mit massiven Einbrüchen in deinen Kontakten gab es schon immer – und die richtig guten bleiben dir auch über Krisen erhalten.
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Aber wie gehst du nun mit solchen Menschen um?
Der erste Impuls mag sein, dass du diesen Menschen überzeugen willst, dass er falsch liegt und du das eigentliche Opfer bist. Vor allem, wenn du spürst, dass diese Person nur aus reinem Goodwill heraus den Flying Monkey gibt.
Die Frage ist dann nur, ob du – egal mit welchem Argument – ihn wirklich überzeugen kannst. Die große Gefahr ist, dass du in die Rechtfertigung gerätst, wenn der Flying Monkey eine bestimmte Situation als Beispiel nimmt, die man durchaus als negativ für dich auslegen könnte, wenn man die Hintergründe nicht kennt. Und Rechtfertigung lässt dich immer schwach erscheinen, und du spürst diese Schwäche auch sofort selbst.
Achte darauf, ob dieser Mensch wirklich offen ist und bereit, dich zu verstehen – oder ob er von oben herab nur über dich richten will beziehungsweise dich nach seinen Maßstäben bewertet.
Mein Tipp an dieser Stelle: Widerstehe dem Drang, den Menschen überzeugen zu wollen. Das ist enorme rhetorische Mühsal, die du dir sparen kannst. Besser, du kommentierst seine Äußerungen kurz und knapp mit „Aha.“ oder „Ah, so siehst du das.“
Wenn es sich richtig anfühlt, kannst du auch ausführlicher antworten: „Ich verstehe, warum du das so siehst. Ich kann dir versichern, dass du nur eine Seite kennst, und ich spüre, dass jetzt noch nicht die Zeit gekommen ist, um dir die ganze Wahrheit verständlich zu machen. Lass uns in ein paar Wochen / Monaten nochmal drüber reden, jetzt habe ich dazu keinen Nerv / keine Kraft.“
Stehst du ganz am Anfang der Trennung, solltest du für die nächsten Wochen oder Monate unbedingt den Kontakt zu diesen Menschen meiden oder ggfs. dir überlegen, den Namen komplett aus deinen Kontakten zu löschen. Du brauchst jetzt zuallererst all deine Energie und Fokus auf die anstehenden Aufgaben, die in dir zu erledigen sind, damit du ein souveräner Leuchtturm für dein Kind wirst. Alle Menschen, die dir Energie absaugen, haben in dieser Lebensphase der Orientierung nichts verloren. Deine Energie ist endlich und wahrscheinlich eh schon auf einem absoluten Low Level, daher musst du hier gut und umsichtig haushalten.
Zum Trost für dich: Selbst wenn du deine bislang beste Freundin nun auf Abstand halten musst – du wirst neue Freundschaften entlang deines Wegs schließen, denen du eben nichts erklären musst. Je klarer du selbst wirst, umso mehr klärt sich auch dein Kern-Team an Unterstützern. Und das ist durchaus eine sehr schöne Entwicklung, auf die du dich freuen darfst!
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Achtung: Wen du nicht mit einem Flying Monkey verwechseln darfst
Du hast vielleicht beim Lesen oben einen bestimmten Gedanken gehabt, der als erstes durch den Kopf geschossen ist: Das eigene Kind, das – wahrscheinlich mit 12/13 Jahren – auf einmal meint, sich über dich stellen zu müssen, weil es vom Kindsvater manipuliert wurde und dich nun heftig angeht, weil du die Familie kaputtgemacht hast. Es vertritt vehement die Opferhaltung des Ex und schwingt sich zum augenrollenden Richter dir gegenüber auf.
Auch wenn das unglaublich wehtut – dein Kind ist niemals ein Flying Monkey. Für mich sind Flying Monkeys immer erwachsene Außenstehende, und wenn du selbst dein Kind so betitelst, um dich in Foren verständlich zu machen, dann erweist du dir selbst einen Bärendienst damit. Mit einem solchen Begriff schaffst du nämlich einen Abstand zu der anderen Person: Du in deiner Wahrheit – ich in meiner Wahrheit – ich muss dir nix erklären – du bist nicht wichtig für mich.
Was auf der einen Seite, wenn man andere Erwachsene in ihrer Rolle als Flying Monkey begreift, hilfreich ist – nämlich eine emotionale Abgrenzung zu schaffen – sollte dein Kind niemals zu spüren bekommen. Gerade, wenn dir diese Entwicklung deines Kindes „fremd“ und manipuliert vorkommt, braucht es dein ganzes Verständnis und deine bedingungslose Liebe. Somit dehnt sich euer emotionales Band, aber es reißt nicht.
Dein Kind darf eine Phase der Verwirrung durchmachen – und welches Kind wird nicht ins Gedanken-Chaos gestürzt, wenn es beide Elternteile liebt und mit ihnen zusammensein möchte? Und wie können wir von Kindern erwarten, dass sie wissen, wenn sie manipuliert werden?
Was nicht heißen soll, dass du dich deinem Pubertier langatmig erklären musst! Auch hier gilt: In der souveränen Ruhe zu bleiben, dich nicht zu rechtfertigen, und abzuwarten, bis dein Kind wirklich offen und bereit ist, dich zu verstehen. Selbst wenn es bis dahin noch ein paar Jahre dauern könnte – Kinder entwickeln sich ja auch weiter und machen neue Erfahrungen.
Ja, diese Phase ist alles andere als schön in der Beziehung zwischen euch. Und trotzdem bitte ich dich von ganzem Herzen, nicht aufzugeben und deinem Kind immer wieder zu vermitteln, dass deine Tür stets offen bleibt für schöne, tiefe Gespräche von Herz zu Herz.
Ich bin neugierig: Wie ist das bei dir gewesen? Hattest du Flying Monkeys nach der Trennung um dich herum? Wie gehst du heute mit ihnen um? Hinterlasse hier gerne deinen Kommentar unterhalb des Artikels. Und: Teilen ausdrücklich erwünscht!
Falls du dir passend zu diesem Artikel mein Video auf YouTube anschauen möchtest, kannst du das HIER tun.
Mehr über mich
Ich bin Heidi Duda, Online-Coach und Autorin, und seit 2017 begleite ich Mütter, die mit einem toxischen Ex-Partner die Elternschaft stemmen müssen. Meine Mission ist es, Mütter zurück in ihre Stärke finden zu lassen – damit sie starke Kinder großziehen können.
Wenn du mehr Impulse und Unterstützung möchtest, folge mir gerne auf YouTube und Instagram.
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