Wie toxisch ist eigentlich dein Ex?

Mai 1, 2020 | 13 Kommentare

Bevor du in die folgende Typanalyse einsteigst: Nein, nicht jeder Ex-Partner einer Mutter ist toxisch! Ich muss das immer wieder betonen, denn ich schreibe auf diesem Blog nur und ausschließlich für eine ganz spezifische Leserinnen-Zielgruppe.

Ich konzentriere mich mit meiner Arbeit ausschließlich auf Mütter mit einem toxischen Ex-Partner. Unabhängig davon, ob dieser tatsächlich eine narzisstischen Persönlichkeitsstörung oder einer Borderline-Erkrankung hat oder was auch immer: Toxische Menschen behandeln ihre Mitmenschen anders im Vergleich zu psychisch gesunden Menschen.

Diese toxischen Aktionen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Psyche und Lebensqualität der Mütter und ganz massiv auch auf deren Kinder und damit auf die kommende Generation.

Meine Typanalyse versucht, die Grautöne und Unterschiede aufzudecken.

 

Heißt toxisch nicht immer toxisch?

Auch wenn es für die eine Mutter schon schlimm genug ist, wenn der Ex nur vor der Tür steht und seinen Hass wieder haltlos über sie schüttet, erlebt eine andere, wie ihr Ex gar nicht so in die direkte Konfrontation geht, sondern eiskalt im Hintergrund Lügen sät, um einen großen Plan zu verfolgen: die finanzielle und emotionale Zerstörung der Frau. Andere wiederum versuchen schlichtwegs, einfach nur Geld zu sparen, indem sie eifrig die Vorschläge der Väterlobby umsetzen, damit sie das Wechselmodell bekommen und so kaum oder gar keinen Unterhalt bezahlen müssen.

Auf Basis der letzten drei Jahre, in denen ich intensiv mit meinen Klientinnen gearbeitet habe, haben sich für mich insgesamt 3 Typen von toxischen Männern herauskristallisiert.

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber zuerst mit dem nicht-toxischen Ex beginnen, damit wir hier eine Referenz für ein gemeinsames Verständnis haben.

 

Der Normalo-Ex

Keine Frage: Eine Trennung oder Scheidung ist für jeden Menschen eine große Belastung und mit vielen Ängsten verbunden.

Gerade weil in den Jahrzehnten davor die Kinder in der Regel eher den Müttern zugesprochen wurden, kann man es durchaus verstehen, wenn ein Mann Angst davor hat, dass er sein Kind nach der Trennung nicht mehr sehen könnte oder er sieht, wieviel Unterhalt er bezahlen muss laut Düsseldorfer Tabelle.

Daher finde ich es durchaus normal und verzeihlich, wenn diese Angst mit dem einen oder anderen eigentlich vollkommen untypischen Statement unterschwellig zum Ausdruck gebracht wird, welches wiederum die Mutter in Panik versetzt und damit eine Spirale in Gang gesetzt wird, die schließlich in einem Gespräch vor dem Jugendamt oder einer nachehelichen Elternberatung mündet.

Auch kann ich durchaus nachvollziehen, wenn ein Ex-Partner der Beziehung nachtrauert und einen neuen Partner der Frau nicht mit offenen Armen empfängt (jetzt mal ehrlich: wer kann das schon?).

Der große Unterschied zu toxischen Vätern wird aber schnell erkennbar:

Der Normalo-Ex hat ein Interesse daran, eine Lösung zu finden, die beiden und den Kindern gerecht wird.

Er wertschätzt nach wie vor die gemeinsam verbrachte Ehezeit und die Persönlichkeit der Ex-Frau. Er würde niemals die Mutter vor den Kindern diskreditieren.

Er ist daran interessiert, dass sie nach der Beziehung einen guten, respektvollen Umgang miteinander pflegen.

Vor allem will der Normalo-Ex keinen emotionalen Stress und versucht alles, damit die Kinder so unbeschadet wie möglich die Trennung überstehen und später im Alltag mit zwei getrennten Eltern gut umgehen können.

Dagegen möchte ich den ersten toxischen Typ vorstellen:

 

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Der Mitläufer

Der Mitläufer ist, wie der Name schon sagt, einer, der anderen hinterherläuft, die ihm sagen, worauf er jetzt in der Situation zu achten hat, damit er nicht übervorteilt wird.

Er folgt den Maximen der Väterlobby und will unbedingt klug sein.

Das isser aber eher nicht.

Nach dem, was ich bislang so gesehen habe, handelt es sich hier eher um die Typen, die wenig bis gar nichts verdienen und sich über die großen Fragen des Lebens keine Gedanken machen, geschweige denn darüber, wie sie ihre Kinder so großziehen wollen, dass diese zu glücklichen Erwachsenen werden.

Sie streben vielleicht noch einen Gerichtsprozess auf Verfahrenskostenbeihilfe an, geben dann aber doch schnell auf, weil das alles so mühselig ist.

Ein Mitläufer will auch keinen Stress, auch nicht so viel Unterhalt bezahlen und empfindet seine Kinder als eine nette Abwechslung im langweiligen TV-Alltag. Aber Arbeit? Nein danke.

Ein Mitläufer sorgt am Anfang für viel Unruhe und Furore bei den besorgten Müttern, denn die Unverantwortlichkeit – ein ganz wesentliches Merkmal für Narzissmus – die er so den Tag über beweist, kann zum täglichen Haareraufen führen.

Dazu kommt die ständige Frage, wie sie ihn dazu bringen können, dass er sich um die Kinder ordentlich kümmert und auch den Unterhalt stets pünktlich zahlt.

Die emotionale Belastung für die Mütter basiert hauptsächlich darauf, dass sie sich mehr Interesse und Engagement für die Kinder wünschen würden, aber der Ex ist einfach zu dumm und desinteressiert.

Kommen wir mal zum nächsten Typen, der eine Ecke toxischer ist:

 

Der gemeine Mistkerl

Der gemeine Mistkerl ist schon eine ganz andere Nummer als der Mitläufer. Er verdient nicht schlecht und hat durchaus ein gutes Standing im Beruf – er hat was auf dem Kasten.

Umso mehr stört es ihn, wenn er von seinem Einkommen einen nicht zu verachtenden Batzen an die Kinder von der Ex abführen soll.

Das versteht er nicht.  Er vermutet eher, dass sich die Ex-Frau damit einen faulen Lenz machen wird – denn wozu braucht’s pro Kind im Monat 400 Euro?

Dass die Beziehung darauf ausgerichtet war, dass die Frau anfangs zu Hause bei den Kindern blieb, danach nur einen schlechtbezahlten Teilzeitjob annehmen konnte, war ihm anfangs noch recht (Steuerklasse 3! Ansehen beim Chef!!), aber jetzt sieht er nur, was er alles bezahlen muss.

Denn schließlich will die neue Frau an seiner Seite auch etwas geboten bekommen. Die ganze Love Bombing Phase ist sowas von teuer!

Hat die Ex-Frau ihn verlassen, so nagt das ziemlich an seinem Ego. Das wird sie büßen! Daher ist die Neue hübscher oder jünger oder erfolgreicher oder hat keine Kinder – oder alles zusammen.

Das funktioniert zwar nicht auf Dauer – denn niemand darf erfolgreicher oder höher stehen als er in einer Beziehung – aber um der Ex-Frau ordentlich einen mitzugeben und gehörig Angst zu machen, ist das schon ok. Und in der Anfangsphase erhöht es ihn ja auch selbst, wenn er einen tollen Fisch an der Angel hat.

Dann wird „ganz harmlos“ Arm in Arm an der neuen Wohnung der Ex vorbeigeschlendert und das Kleinkind zum Umgang abgeholt, wenn man in Laufnähe beieinander wohnt. Damit die Nachbarn das auch ja mitbekommen.

Oder es werden die Ängste der Kindsmutter bedient, die man im Laufe der Beziehung mitbekommen hat. Wer, wenn nicht der Ex-Partner, kennt uns am allerbesten?

Der gemeine Mistkerl drückt die Knöpfe gern und oft und freut sich, wenn auf Knopfdruck eine Reaktion erfolgt.

Ist es dann mit der Neuen auch nicht mehr so dolle, ist es gut möglich, dass er seine narzisstische Wut nun vollends über die Kindsmutter ergießt. Er sorgt für fürchterliche Szenen bei der Kindübergabe, spart nicht mit Erpressungen und Drohungen, der Mutter die Kinder wegzunehmen, da er ja jetzt eine echte Familie habe.

Ein oder mehrere Gerichtsprozesse sind jetzt wahrscheinlich, und er wird sich dort auch nicht schlecht verkaufen können (er kann sich halt noch gut an die Seminarinhalte erinnern, zu denen er von Berufs wegen hingehen musste).

Am Anfang ist daher die Not groß bei den Müttern, denn die ersten Urteile können durchaus erst einmal pro Vater ausfallen. Also gut möglich, dass er das Wechselmodell auf Probe gegen ihren Willen durchbekommt oder ein Familiengutachten angeordnet wird, und damit eine Dynamik in Gang kommt, die keiner der Beteiligten mehr greifen kann.

Auch kommt es immer wieder vor, dass dem Herrn, wenn ihm mal wieder etwas quersitzt im Gedärm, gleich zum Gericht rennt und einen neuen Antrag stellt.

Allerdings beobachte ich oft, dass die Gerichte über die Zeit dann doch früher oder später blicken, wer der spinnerte Teil im Raum ist, und dann endlich die für die Kinder besseren Urteile fällen.

Nur bis dahin braucht die Mutter unglaublich viel Kraft und Energie. Ein einfaches Abklären von anstehenden, harmlosen jedoch sorgerechtsrelevanten Entscheidungen für das Kind wird zur Nervenprobe.

Unterm Strich geht es dem gemeinen Mistkerl nie um die Kinder. Er braucht die emotionale Energiezufuhr von anderen, die von ihm abhängig sind (sei es von seinen finanziellen Mittel oder von seinen Entscheidungen, die ohne seine Unterschrift nicht getätigt werden können).

Es geht ihm um Geld, Kontrolle und Macht, die ihn erhöht.

Und dafür ist das Wechselmodell nun mal perfekt geeignet.

Du glaubst jetzt, es geht nicht schlimmer? Doch. Leider.

Kommen wir mal zur Königsklasse der toxischen Typen und zur letzten Kategorie meiner Typanalyse:

 

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Der Teufel höchstpersönlich

Im Gegensatz zum gemeinen Mistkerl ist der Teufel zu allem fähig – zumindest traut die Ex-Frau es ihm zu. Er wird der Kindsmutter im Laufe der Beziehung schon mehr als einmal sein wahres Gesicht gezeigt haben. Selbst wenn er wie ein Engel aussieht: Sie kennt die wahre Fratze dahinter – und die könnte hässlicher nicht sein.

Seine emotionale Kälte ist dabei ein ganz besonderes Merkmal. Während alle Männer mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung zu keinerlei Empathie fähig sind, so zeichnet sich der maligne Typus durch seine besondere Rücksichtslosigkeit anderen gegenüber aus.

Der Teufel ist in der Regel intelligent und vermögend. Er wird aber alles daransetzen, damit die Ex-Frau nicht einen Cent von ihm bekommt. Er investiert lieber 20.000 € in einen Staranwalt als monatlich einen Kindesunterhalt von 500 € zu überweisen.

Er ist eher ruhig und gibt sich nicht die Blöße eines Wutausbruchs vor Anderen.

Während alle Narzissten vor Gericht lügen wie gedruckt und sich die Wahrheit hinbiegen (und es anschließend sogar selbst glauben) wie es ihnen gerade passt, so haben sie im Teufel ihren wahren Meister gefunden. Er verachtet Gesetze und Obrigkeiten zutiefst und macht sich einen Sport daraus, das System zu seinen Gunsten zu umgehen bzw. sich unlautere Vorteile zu verschaffen, wann immer es ihm möglich ist. Warum sollte er sich an Gesetze oder Beschlüsse halten, wenn die anderen doch so dumm sind und ihm nichts nachweisen können?

Als Top-Manager oder Arzt oder Anwalt hat er zudem ein exzellentes Netzwerk, auf das er jederzeit zurückgreifen kann.

Im Gegensatz dazu demütigt er andere Menschen, die für ihn eine Bedrohung sind oder seine größenwahnsinnige Meinungen nicht teilen oder einfach unter ihm stehen.

Sobald die getrennten Eltern dann vor Gericht stehen (was zu 99,9% der Fall sein dürfte), geht es ihm nicht ums Kind, sondern einzig und allein darum, die Ex-Partnerin finanziell und emotional zu vernichten und seine Drohung wahrzumachen.

Er hat von Anfang an eine perfide Strategie, die er Tag für Tag verfolgt, bis er am Ziel ist. Dazu gehört, dass er das kleine Kind frühzeitig so manipuliert, dass es z.B. seine Sätze im Gespräch mit der Verfahrensbeiständin nachplappert: Dass es beim Papa leben will und nicht bei der Mama, weil die immer lügt und andere Menschen haut.

Hat er dann das ABR zugesprochen bekommen und die Mutter wurde zur Umgangs-Mami, wird er alles unternehmen, um den Kindesumgang im Alltag zu sabotieren. Der Mutter erzählt er dann, dass das Kind sie nicht sehen will oder krank ist. Dem Kind erzählt er dagegen, dass die Mutter den Umgang abgesagt hat.

Er unterschlägt Briefe und Päckchen der Mutter und sorgt in der Schule dafür, dass die Mutter keine Informationen über den Stand des Kindes erhält.

Er wird versuchen, ihr das Kind mental und emotional wegzunehmen, wenn er es noch nicht geschafft hat. Dabei ist ihm jedes Mittel recht.

Wirklich jedes.

Während der gemeine Mistkerl gern im Alltag der Kindsmutter präsent sein will und bevorzugt im Wechselmodell die Kontrolle über sie behalten möchte, so verfolgt der Teufel nur eine Strategie: die der totalen Vernichtung seines Gegners, in dem Fall der Mutter, die er am besten dadurch treffen kann, indem er ihr das Kind wegnimmt, welches ihr das Wichtigste im Leben ist.

Hier geht es also im Endeffekt um das Überleben als Mutter und Frau.

Sie sieht sich allein auf weiter Flur, denn das Ungeheuerliche, das sie im Umgang mit ihm erlebt, löst höchstens ein Kopfschütteln in ihrem Umfeld aus, aber wenig Verständnis und erst recht keine Hilfe.

Dass es tatsächlich so böse Menschen geben kann, will niemand glauben.

 

Wie ist das in deinem Fall, Sweetheart?

Was ergibt die obige Typanalyse bei dir?

Ich habe mir in den letzten Wochen eine Menge Gedanken dazu gemacht und habe eigens dafür einen Test entwickelt – natürlich nicht nach wissenschaftlich fundierten Vorgaben, sondern auf Basis meines ganz spezifischen Tunnelblicks, den ich aufgrund meiner Arbeit mit den Hunderten von Müttern im Laufe der letzten Jahre entwickelt habe.

Hier kommst du zum Test.

Passt das Ergebnis auf deine Vermutung? Lass es mich in den Kommentaren unten wissen.

 

Und weiter?

Brauchst du Unterstützung im Umgang mit deinem toxischen Typen? Wenn dir Blogartikel-Lesen allein nicht ausreicht, dann komm in meinen exklusiven Club der mutigen Mütter. Dort bekommst du aktive Unterstützung bei sämtlichen Wellen, die dein toxischer Ex aufschlägt – egal ob Mitläufer oder der Teufel höchstpersönlich.

 

 

 

 

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